Wolff, Johann Heinrich


Kassel 1792 - 1869 Kassel

Name: Wolff, Johann Heinrich
Namensansetzungen: Wolff Johann Heinrich
Nationalität: D
Lebensdaten: 1792 - 1869
Geburtsort: Kassel, Deutschland
Todesort: Kassel, Deutschland
Beruf: Architekt, Akademieprofessor


Johann Heinrich Wolff lernte zunächst bei seinem Vater, dem Kasseler Steinmetzen und Hofwerkmeister Henrich Abraham Wolff. Dabei erlangte er so große Geschicklichkeit im Modellieren, daß er bei der Anfertigung von großen Gipsmodellen, z. B. für das Schloß Wilhelmshöhe, mitarbeiten konnte. An der Kasseler Kunstakademie studierte er bei Johann Conrad Bromeis. Während der Zeit des Königreichs Westphalen lernte er durch Vermittlung seines Vaters Leo von Klenze und den königlichen Hofbaumeister Grandjean de Montigny kennen, dem er gelegentlich assistieren durfte. 1811 ging er für ein Jahr an die Göttinger Universität, um sich weiterzubilden. Nach dem Tode seines Vaters 1812 reiste er auf Empfehlung Grandjean de Montignys zu weiteren Studien nach Paris. 1814 wurde er dort Schüler Perciers an der “École d’Architecture” des "Institut de France", der Nachfolgeorganisation der "Académie royale". Noch im selben Jahr ging er nach Italien und traf in Rom den befreundeten Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves und den Bildhauer Bertel Thorvaldsen. Auch den Ausgräber von Aegina, Robert Cockerell, lernte er kennen, der ihn vermutlich anregte, einen Entwurf für die Glyptothek in München einzureichen. 1816 reiste er über Florenz und München nach Kassel zurück, wo er 1819 Assistent von Bromeis an der Akademie wurde. 1821 zum Baumeister ernannt, mußte er sich aber verpflichten, als Nachfolger von Bromeis unentgeltlich zu unterrichten. 1826 eröffnete er daraufhin eine private Schule für Architekten in Kassel. Daneben war er aber auch mit Steinhauerarbeiten für das Rote Palais am Friedrichsplatz beschäftigt. Erst 1832 erreichte ihn endlich die Ernennung zum ordentlichen Professor der Akademie, eine Position, die er de facto bereits elf Jahre ausgefüllt hatte. 1838 errichtete er an der später vermutlich nach ihm benannten “Wolfsschlucht” eine Folge von fünf bürgerlichen Mietshäusern. Mehrere Publikationen, u. a. “Wesentlichste Grundlage der monumentalen Baukunst” von 1854, belegen sein Bemühen um die theoretische Auseinandersetzung mit Architektur, das auch den bis zwei Jahre vor seinem Tod abgehaltenen Unterricht an der Akademie prägte. Mit dem Aufsatz "Einige Worte über die von Herrn Professor Stier bei der Architekturversammlung zu Bamberg zur Sprache gebrachten (und im Jahrgang 1843 dieser Zeitschrift S. 301 mitgetheilten) architektonischen Fragen“ (Allgemeine Bauzeitung 10, 1845, Literatur … Beilage, 2, no. 17: 255-270) mischte er sich in die stilgeschichtliche Debatte dieser Jahre in Deutschland ein.

Literatur: Delaire 1907, s. v. Wolff, Jean; Knackfuß 1908, S 157; Hallo 1930/1; Katalog Kassel 1986/1, S. 57

Stand: September 2004 [UH]


Letzte Aktualisierung: 22.03.2017


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