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9.2.1.3 - Neercanne (?), Entwurf zum Umbau, Aufriß



9.2.1.3 - Neercanne (?), Entwurf zum Umbau, Aufriß


Inventar Nr.: GS 12938
Bezeichnung: Neercanne (?), Entwurf zum Umbau, Aufriß
Künstler: Daniel Wolf von Dopff (1650 - 1718), Zeichner, fraglich
Datierung: um 1680
Geogr. Bezug: Neercanne (?), Niederlande
Technik: Graphit, Feder in Braun
Träger: Papier
Wasserzeichen: Lilienwappen mit Krone, darunter "WR" in Ligatur, darunter "AJ"
Maße: 33,5 x 46,6 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Die Zeichnung aus dem ehemaligen Codex Fol. A 37 (vgl. den Einleitungstext "Orte in den Niederlanden, Unbekannte Orte") präsentiert den Aufriß eines kleinen Palais. Der durch seine separierten Dächer auffallende zweistöckige Bau erhebt sich auf einem abgeschrägten Geländepodest. Der fünfachsige Mittelteil mit seinem vorspringenden dreiachsigen Mittelrisalit, der von Pilastern eingerahmt und von einem Giebel bekrönt wird - was sich am Portal im Kleinen wiederholt - und den beiden Dachgauben über den seitlichen Fensterachsen evoziert vergleichbare Beispiele von Palaisbauten des barocken holländischen Klassizismus. Diesem Mittelteil sind aber noch zwei Anbauten zugefügt, jeweils durch Pilaster an den Nahtstellen in den Gesamtzusammenhang eingebunden. Bei dem linken einachsigen Bau handelt es sich möglicherweise um einen rechtwinklig anschließenden Gebäudeflügel, der rechte, ebenfalls einachsige Bau erhält durch Schraffuren eine Rundung und wird somit als Turm charakterisiert. Diese besondere Gebäudeabfolge findet sich auch auf einem anderen Blatt des ehemaligen Codex Fol. A 37, GS 12965, wo skizzenhaft ein weitgehend übereinstimmender Bau dargestellt ist, nach rechts ergänzt durch einen weiteren, schmalen Rundturm. Dieses Blatt steht wiederum im Zusammenhang mit der skizzenhaften Bauaufnahme einer vierseitigen Burg GS 12964, die im ehemaligen Codex Fol. A 37 ursprünglich zusammen mit GS 12965 auf ein Blatt geklebt war. Somit kann man die vorliegende kleine Zeichnung als Entwurf zur 'Modernisierung' einer älteren Burganlage mit Elementen des holländischen Klassizismus interpretieren. Prinzipielle Übereinstimmungen legen nahe, daß es sich bei dieser Burg um den Besitz Neercanne bei Maastricht handelt, den Daniel Wolf von Dopff 1679 erwarb und zehn Jahre später mit einem Schloß auf den Grundmauern der alten Anlage bebaute (vgl. Brummel 1993).
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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