2.3.10.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Entwurf zum Corps de Logis mit Ansicht der Seitenflügel, Aufriß von Osten
2.3.10.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Entwurf zum Corps de Logis mit Ansicht der Seitenflügel, Aufriß von Osten
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| Inventar Nr.:
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GS 5720 |
| Bezeichnung:
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Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Entwurf zum Corps de Logis mit Ansicht der Seitenflügel, Aufriß von Osten |
| Künstler:
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Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
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| Datierung:
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1791 |
| Geogr. Bezug:
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Kassel-Wilhelmshöhe |
| Technik:
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Feder in Grau, aquarelliert |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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keine Angabe |
| Maße:
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22 x 66,8 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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- |
| Beschriftungen:
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unten rechts: "approb: / Wilhelm L. / d 1tn Jan: 1792." (mit Feder in Braun);
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Katalogtext:
Nach der Auftragsvergabe führte Jussow eine Reihe weiterer Entwürfe aus, darunter auch den Präsentationsriß mit der Schloßansicht von Osten. Dieses Blatt versah der Landgraf mit seinem Approbationsvermerk, gleichwohl erfolgten Änderungen zum ausgeführten Bau, beispielsweise erhielt der Tambour Fenster.
Die Ansicht der Stadtseite des Schlosses unterscheidet sich von dem wenig älteren Entwurf der parkseitigen Fassade in einigen Details. Bedingt durch die Hanglage, erhält das Sockelgeschoß die Größe eines Vollgeschosses. Um in das Erdgeschoß zu gelangen, ist an der Stadtseite eine Freitreppe in der Gebäudemitte vorgesehen. Der Giebel ist reliefiert und als weiteres Schmuckelement sollte der Name des Landgrafen den Architrav zieren. Auf den Verbindungsterrassen sieht Jussow eine skulpturengeschmückte Balustrade vor, wobei die Terrasse zum Kirchflügel eine rundbogige Durchfahrt aufweist, ihr Pendant zum Weißensteinflügel hingegen nur eine Treppe.
Die Freitreppe des Mittelbaus ist mit Trophäen geschmückt. Eine Tür führt in das Untergeschoß. Die Kombination von Freitreppe, Trophäen und Tor wurde von Jussow immer wieder aufgegriffen und findet sich bereits in den Vorentwürfen für das Corps de Logis, etwa auf Marb. Dep. 46.
Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [FCS]
Literatur:
- Friedrich Wilhelm Bätjer: Das Landschloß Hüffe und Simon Louis Du Ry (Westfalen 8. Sonderheft). Münster 1941, S. 7, 29, Kat.Nr. Taf. XV,2.
- Albrecht Bangert: Architektur von H. Chr. Jussow in Kassel um 1800. Diss. München 1969, S. 31, 33, 117, 121f, Kat.Nr. Fig. 23 (Ausschnitt), Fig. 29, Anm. 20.
- Dittscheid, Hans-Christoph: Kassel-Wilhelmshöhe und die Krise des Schloßbaues am Ende des Ancien Régime. Charles de Wailly, Simon Louis Du Ry und Heinrich Christoph Jussow als Architekten von Schloß und Löwenburg in Wilhelmshöhe (1785-1800). Worms 1987, S. 133f., 136, 339, Kat.Nr. Nr. 103, Abb. 237, Farbtaf. VI unten.
- Hans-Christoph Dittscheid: Sanierung im Interessenkonflikt zwischen Denkmalpflege und Museum: Schloß Wilhelmshöhe in Kassel. In: Burgen und Schlösser. Zeitschrift der Deutschen Burgenvereinigung e. V. für Burgenkunde und Denkmalpflege 1997, S. 4-16. 1997, S. 10, Kat.Nr. 9.
- Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 140, Kat.Nr. 26.
- Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.
Letzte Aktualisierung: 12.02.2026