2.17 Gasthaus


Zur Behebung der Raumnot im alten Gasthaus wurde Oberhofbaumeister Bromeis im Mai 1823 (Brief vom 3.5.1823, StAM Best. 7b 1, 386) damit beauftragt, ein neues Gebäude neben dem Marstall von Schloß Wilhelmshöhe zu konzipieren. Daraufhin legte er mehrere Entwurfsvarianten vor (vgl. Paetow 1929, S. 51f.; s. a. den Brief von Bromeis vom 22.7.1823 in StAM Best. 7b 1, 386), die in der Größe und der Zahl der Flügel variieren. Der zweite Entwurf (VSG 1.3.1036) zielte sogar darauf ab, die bestehenden Gebäude, d. h. auch das Beamtenwohnhaus und das bis dato als Wache benutzte Haus (vgl. Holtmeyer 1910, Taf. 168,2), mit einem neuen Hauptgebäude zu einem großen Dreiflügelbau zusammenzufassen.
Sämtliche Vorschläge wurden jedoch vom Kurfürsten abgelehnt. 1826 entwickelte Bromeis deshalb ein größer dimensioniertes Projekt mit einfacher Fassadengliederung auf der Basis des Dreiflügelbaus, der zusätzlich um eine Badeanlage im stadtseitigen Flügel ergänzt wurde. Noch im selben Jahr wurden die Nebengebäude abgebrochen und das alte Gasthaus als Gärtnerhaus zu den Gemüsegärten am Lindenberg versetzt, um Platz für den Neubau zu schaffen (Holtmeyer 1910, S. 360). Dieser wurde nach einer Bauverzögerung im Herbst 1827 im darauffolgenden Jahr fertiggestellt und am 15. Mai 1829 eröffnet. "Da das neue Gasthaus außer einem für 300 Personen ausreichenden Speisesaal, einer Anzahl Badezimmer, hinlänglichen Stallungen usw. eine große Anzahl von Fremdenzimmern enthielt, war fortab Fremdem wie Einheimischen die Möglichkeit zu längerem Aufenthalt auf Wilhelmshöhe geboten" (Heidelbach 1909, S. 324). Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg diente es weitgehend unverändert als "Grand Hotel Wilhelmshöhe".

Stand: August 2007 [UH]




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