1.3.8.1 - Kassel, Chattenburg, Entwurf zum Weiterbau, Aufriß



1.3.8.1 - Kassel, Chattenburg, Entwurf zum Weiterbau, Aufriß


Inventar Nr.: GS 16760
Bezeichnung: Kassel, Chattenburg, Entwurf zum Weiterbau, Aufriß
Künstler: Johann Daniel Wilhelm Eduard Engelhard (1788 - 1856), Zeichner
Datierung: 1824-1834
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1824"
Maße: 34,3 x 53,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Cassler Fuß"
Beschriftungen:


Katalogtext:
Die auf einem Papier mit Wasserzeichen von 1824 angelegte Zeichnung präsentiert im Aufriß einen Bau, der mit seinem räumlichen Umfang - drei Geschosse und 37 Fensterachsen - und durch die Gliederung der Fassade eindeutig Verbindungen zu Jussows Chattenburg-Entwürfen aufweist (vgl. beispielsweise GS 5902). Übereinstimmend ist das massiv gestaltete Sockelgeschoß mit Rundbogenöffnungen versehen, während die Rechteckfenster der oberen Etagen durch übergreifende ionische Säulenstellungen gegliedert sind, die von antikischen Figuren vor der Attika begleitet werden. Abweichend von Jussows Entwurf sind dem gesamten Mittelteil der Fassade Säulen vorgelegt, während an den fünfachsig vorspringenden Seitenflügeln einzig die mittleren drei Fensterachsen durch Säulen betont werden. Dies geht einher mit einer Veränderung der Risalite: Der Mittelrisalit umfaßt nur fünf Achsen (statt sieben) die seitlichen Risalite drei Achsen (statt fünf). Der Mittelrisalit wird zudem von einem klassischen Dreicksgiebel bekrönt, der das von Viktorien getragene Wappenschild enthält. Darüber erhebt sich statt der von Jussow vorgesehenen Quadriga eine aufgesockelte flache Kuppel. Gänzlich verzichtet wird auf die von Jussow vorgesehenen Rundtempel über den Seitenflügeln und die Friesplatten mit figürlichen Darstellungen zwischen den Geschossen.
Die Beibehaltung des antiken Formenkanons geht also einher mit einer Reduktion des Dekors. Möglicherweise steht dieser Aufriß in Zusammenhang mit Überlegungen zur Weiterführung des Chattenburg-Baus durch Kurfürst Friedrich Wilhelm II. zu Anfang der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts. Ein von Julius Eugen Ruhl 1832 vorgelegter Entwurf (StAM P II 9578/6+7) sieht jedenfalls ebenfalls eine Reduktion des Mittelrisalits und eine veränderte Dachbekrönung vor, so daß man vermuten kann, daß von offizieller Seite zu diesem Zeitpunkt eine Vereinfachung der Ausführung gefordert worden war.
Stand: Mai 2005 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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