2.7.5.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum Aufseherhaus an den Kaskaden und zum "Felseneck", Grund- und Aufriß



2.7.5.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum Aufseherhaus an den Kaskaden und zum "Felseneck", Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: GS 5835
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum Aufseherhaus an den Kaskaden und zum "Felseneck", Grund- und Aufriß
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: um 1810
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grauschwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 49,8 x 65,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen:


Katalogtext:
Auf diesem Blatt präsentiert Jussow die zwei einzigen Steinbauten aus der oberen nördlichen Parkhälfte: Links das Aufseherhäuschen und rechts die "Retraite". Soweit bekannt, wurde das erstere nach 1810 als kleines Wohnhaus auf der Südseite des Neptunbassins für den dauerhaft anwesenden Kaskadenwärter errichtet. Die schon 1794/95 als Belvedere erbaute "Retraite" ist ein Staffagebauwerk aus reinem Tuffstein. Sie wurde wohl deshalb um 1800 in "Felseneck" unbenannt (Hoffmann 1960, S. 14f.). Dieser oktogonale Pavillon mit seiner Aussichtsterrasse blieb das ganze 19. Jahrhundert eine unbewohnbare Staffage mitten im Landschaftspark.
Bei dem vorliegenden Grund- und Aufriß handelt es sich um eine Reinzeichnung beider Parkgebäude. Jussows Verzicht auf Maßangaben spricht gegen eine von ihm durchgeführte Bauaufnahme. Eine Sanierung stand hier auch nicht an. Da Jussow auf die von ihm sonst bevorzugte Aquarellierung verzichtet und jeder der Bauten gerahmt ist, könnte es sich vielmehr um eine Vorzeichung für eine Stichpublikation - eventuell für einen gedruckten Parkführer - handeln (Manuskript Schuchard/Dittscheid.).
Das mit Walmdach gedeckte Aufseherhaus zeigt in seinem Grundriß drei Zimmer, eine Küche mit dahinterliegender Kammer und einen vom Eingangsportal ausgehenden schmalen Flur. Je zwei Fenster an den Schmalseiten, drei Fenster an der Rückseite sowie zwei das Portal flankierende Fenster gliedern den Außenbau. Das Sichtmauerwerk an der Fassadenfront besteht aus Quadersteinen im Läuferverband, wobei das Eingangsportal durch Verzicht auf vertikale Mauerfugen optisch hervorgehoben wird. Tür- und Fensterstürze zeigen jeweils Profilierungen in Keilsteintechnik.
Bei dem oktogonalen Tuffsteinbau fällt in der Attikagestaltung ein Unterschied zum Entwurf GS 5837 auf. Diese setzt sich hier nicht aus Balustern, sondern aus Ringen zusammen. Ebenso wurde auf die Darstellung von Ruinenspuren offenkundig verzichtet, was der Ausführungsversion nahekommt. Anstelle der Blendarkaden sind offene Arkadenbögen getreten. Auch sie verstärken den Eindruck eines intakten Gebäudes. So ist eine deutliche Öffnung zum Park nach allen Seiten gegeben. Beide Parkarchitekturen sind mit Gehölzpflanzungen in Graphit kulissenartig hinterfangen und unterstreichen die harmonische Einbettung von Architektur in die gestaltete Natur der romantischen Parkanlage um 1800.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HB]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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