2.7.3.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum "Felseneck", Grund- und Aufriß
2.7.3.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum "Felseneck", Grund- und Aufriß
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| Inventar Nr.:
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GS 5837 |
| Bezeichnung:
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Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum "Felseneck", Grund- und Aufriß |
| Künstler:
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Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
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| Datierung:
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1793/1794 |
| Geogr. Bezug:
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Kassel-Wilhelmshöhe |
| Technik:
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Graphit, Feder in Braun, grau und braungrau laviert |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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keine Angabe |
| Maße:
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35,4 x 24,3 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit |
| Beschriftungen:
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oben mittig: "Felseneck" (mit Graphit); unten rechts: "die vorräthigen Bogenfen- / ster waren bis unter den / Kämpfer 8 fus hoch 4 3/4 fus breit" (mit Graphit); unten rechts: "approb[atur] / WL" [ligiert] (mit Graphit);
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Katalogtext:
Der erst "Retraite", ab 1800 "Felseneck" genannte Pavillon aus Tuffstein wurde von März bis Oktober 1794 etwas unterhalb der großen Kaskade errichtet. Er war über mehrere Wege zugänglich und ein wenig nach Norden aus der Blickachse zum Herkules verschoben, so daß das Schloß und die Löwenburg von dort aus mit einem Blick erfaßt werden konnten.
Grund- und Aufriß der Zeichnung zeigen einen oktogonalen Gartenpavillon auf einem fünfstufigen Postament. Die Außenwände sind mit Blendarkaden in Keilsteintechnik verziert, die auf acht unkannelierten tuskischen Dreiviertelsäulen ohne Basen ruhen. In den Arkaden befinden sich abwechselnd rundbogige Fensteröffnungen mit Balustraden und geschlossene Nischen. Der obere Abschluß des Gebäudes mit einer kunstvoll ausgebrochenen Balustrade über dem Kranzgesims gibt ihm das Aussehen einer künstlichen Ruine. Allerdings zeigen bereits die ersten Ansichten des tatsächlichen Baues ein einfaches Geländer mit runden Öffnungen und ohne die ruinösen Ausbrüche. Der Grundriß unterteilt den Bau in Vestibül, Garderobe und Kabinett. Er diente demnach als ein privates Refugium, eine Art Eremitage für Wilhelm IX.
Anläßlich der Instandsetzungsarbeiten 1872/73 wurde das anfällige Dachgeländer entfernt und das undichte Dach durch ein flaches Zinkdach ersetzt. Außerdem wurden die inneren Trennwände und die häufig durch Vandalismus zerstörten Fenster und Türen entfernt, um einen öffentlichen Ruhepavillon zu schaffen. In dieser Form ist der Bau, den Paetow noch Simon Louis de Ry zuschrieb, bis heute erhalten geblieben.
Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/1, S. 188, Kat.Nr. 58 [UH]
Literatur:
- Holtmeyer, Alois [Bearb.]: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel. Band IV. Kreis Cassel-Land, 2 Bde. (Text, Tafeln). Marburg 1910, S. 358.
- Paetow, Karl: Klassizismus und Romantik auf Wilhelmshöhe. Kassel 1929, S. 47.
- Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 188, Kat.Nr. 58.
- Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.
- Horst Becker: Das Gesamtkunstwerk ?Wilhelmshöhe? in Kassel. In: Die Gartenkunst 17, Heft 2, S. 247-310. 2005, Kat.Nr. Abb. 98.
- Becker, Horst und Karkosch, Michael: Park Wilhelmshöhe Kassel. Historische Analyse, Dokumentation, Denkmalpflegerische Zielsetzung. Regensburg 2007, S. 145, Kat.Nr. Abb. 144.
Letzte Aktualisierung: 13.02.2026