2.7.2.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Plutogrotte und Teufelsbrücke, Entwurfsskizzen für vier Geländeschnitte



2.7.2.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Plutogrotte und Teufelsbrücke, Entwurfsskizzen für vier Geländeschnitte


Inventar Nr.: GS 5850
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Plutogrotte und Teufelsbrücke, Entwurfsskizzen für vier Geländeschnitte
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt, fraglich
Datierung: um 1791
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Feder in Grauschwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 40,3 x 48,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten links: "Hier sind 2 fus für einen genommen" (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: Maßangaben und Erläuterungen (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Mit der Anlage des Landschaftsparks ab 1786 ging auch eine landschaftliche Überformung der geradlinigen Herkulesachse einher. Das Blatt entstand wohl um 1791 im Zusammenhang mit dem Bau der Teufelsbrücke, ihres Wasserfalls und der Anlage des Höllenbassins unterhalb der Plutogrotte. Zweifelsohne besteht eine enge Verbindung zu dem Situationsplan GS 5860 und dem Schnitt GS 5851. Die Überquerung der barocken Achse durch den Wasserlauf zur Teufelsbrücke erforderte gezielte Veränderungen der topographischen Situation.
Schnitt A-B zeigt eine Variante für den künftigen Verlauf der Hauptachse im Abschnitt der Plutogrotte. Der vom Berg kommende Hang wird durch die Substruktionen der Plutogrotte abgefangen und gleitet auf der Aussichtsplattform der Grotte eben aus. Unterhalb der Grotte, deren Felstore sich zum Tal öffnen, fällt das Gelände bis zum nahen Höllenteich terrassenförmig ab. Eine Aufschüttung aus Felsgeröll kennzeichnet wohl die bergseitige Uferbefestigung. Die Sohle des Teiches liegt völlig eben im Hang eingebettet. Auf der anderen Uferseite fällt das Gelände in einem linearen Zug ins Tal. Bei Schnitt C-D verläuft der Hang bereits von der Plutogrotte an linear abwärts.
Schnitt G-H zeigt offensichtlich die Möglichkeit einer abgeböschten Uferlinie am Höllenteich auf. Abweichend zu den bisherigen Profilen wird im Schnitt E-F die Situation der Teufelsbrücke von der Talseite dargestellt. Unmittelbar vor der Absturzstelle spannt sich die Teufelsbrücke über die Schlucht. Roh behauene Felsstelen bilden naturnahe Widerlager an beiden Brückenköpfen. Vorgesehen ist eine Wasserfallhöhe von etwa 14 m bis zum Sammelteich. Nachdem das Wasser die Brücke passiert hat, stürzt es zunächst im freien Fall über die nahezu senkrechte Wand. Strichsignaturen verweisen auf den felsigen Untergrund. Das Wasser prallt auf einen Felsvorsprung, um dann in einen künstlich modellierten Kessel hineinzustürzen. Ein mit Geröll versehenes Bachbett leitet den Strom weiter in den Teich.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HB]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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