2.6.11.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum Wasserfall in der Wolfsschlucht unterhalb der Löwenburg, Lageplan



2.6.11.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum Wasserfall in der Wolfsschlucht unterhalb der Löwenburg, Lageplan


Inventar Nr.: GS 5640
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Entwurf zum Wasserfall in der Wolfsschlucht unterhalb der Löwenburg, Lageplan
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1794/95
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau und Rot, aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 47,5 x 62,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen:


Katalogtext:
Der nur in Ansätzen realisierte Entwurf ist der Umgebung unterhalb der Löwenburg gewidmet. Dort war ein Bach geplant, der sich vom südlichen Burggraben aus über künstliche Ruinen und aufgetürmte Felsen in die Wolfsschlucht mit ihrem starken Gefälle ergießen sollte. Besonders reizvoll war die geplante Wegeführung in der Schlucht. Den Besucher des Parks erwartete ein verschlungener Pfad, der ihn über Brücken und Treppen von Felsen zu Felsen durch den Wasserfall leitete.
In seinem "Überschlag des Kosten Betrags, der zu gänzlicher Vollendung und innern Ausbauung der Löwenburg annoch erforderlich seyn wird" vom 31. Dezember 1796 führt Jussow auch diesen Wasserfall als "bereits in Arbeit genommen" auf. Als Summe überschlägt er: "den ganzen Fluß nebst deren Wasserfällen und Brücken zu bearbeiten, kann sowohl an Erd- als Maurer und Steinhauer Arbeit inclusive sowohl der Quader Steine zu den Felsen würcken als auch der Maurersteine zum Flußbette kosten 50.000 Taler." Diese hohen Kosten - immerhin annähernd ein Viertel der Gesamtkosten, die beim Bau der Löwenburg entstanden - werden denn auch zum Abbruch der Arbeiten geführt haben. 1797 berichten die "Historischen Nachrichten": "An dem im vorherigen Jahre zu bearbeiten angefangenen Waßerfall an dem Felsen unter der Löwenburg wurde zwar in denen ersten Monathen dieses Jahres fortgebaut; seitdem aber die Arbeit daran eingestellt, und die bereits ausgegrabene Hölung mit Tannen angepflanzt [...]" (Holtmeyer 1913, S. LXXIXf.).
Während die Arbeiten an dem Wasserfall unterhalb der Burg vermutlich erst 1796 in Angriff genommen wurden, scheinen die Planungen wesentlich früher anzusetzen zu sein. Die große Übereinstimmung, die der hier gezeigte Grundriß der Löwenburg trotz seiner eher summarischen Darstellung mit GS 18404 aufweist, legt eine Datierung des Entwurfs in den Winter 1794/95 nahe.
Die Zeichnung steht in engem Zusammenhang mit dem großformatigen "Plan von Weißenstein mit allen daselbst befindlichen Anlagen und Gebäuden", den Caspar Christoph Schaeffer zwischen 1793 und 1796 fertigstellte (Bad Homburg v. d. H., Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, GK I 12.028; vgl. dazu Dittscheid 1987, S. 353f., Nr. 171).
Dieser Plan nimmt zuweilen das bereits Geleistete auf, zuweilen folgt er, wie bei der Wolfsschlucht, noch nicht realisierten Entwürfen. Da er den gleichen Maßstab aufweist wie der Detailentwurf, bei dem die Hauptwege zu Kopierzwecken zudem durchgenadelt wurden, ist zu vermuten, daß er nach diesem kopiert wurde. Dafür spricht auch, daß der Schaeffer-Plan Korrekturen berücksichtigt, die auf dem Detailentwurf nachträglich in Graphit eingefügt wurden. So wird anstelle der Mauer zwischen Treppenturm und Küchenbau bereits die Galerie gezeigt und der Küchenbau wurde nach Norden mit einer Umfriedung versehen.
Die Nähe der beiden Pläne zueinander könnte dafür sprechen, daß auch der Detailentwurf Schaeffer zuzuschreiben ist und als Vorbereitung zu seinem großformatigen Gesamtplan diente. Mit Sicherheit wird Jussow allerdings für die Planungen verantwortlich gewesen sein.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [CL]


Literatur:
Katalog Kassel 1993, S. 117, Nr. 26; Katalog Kassel 1999/CD-Rom; Katalog Kassel 1999/1, S. 158, Kat.Nr. 40; Becker 2005, Abb. 81


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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