2.6.4.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zum Osttrakt, Aufriß von Osten



2.6.4.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zum Osttrakt, Aufriß von Osten


Inventar Nr.: GS 5651
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zum Osttrakt, Aufriß von Osten
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1798 (bis)
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Braun, braun, grau, rot und hellblau aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 27,6 x 44,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Kurz nach dem Bezug der Burg am 29. August 1798 beschloß der Landgraf, sie nochmals erheblich erweitern zu lassen. Davon berichten die "Historischen Nachrichten": "Durch einen im September von des Herrn Landgrafen Hochfürstl. Durchlaucht gnädigst erlassenen Befehl, wurde noch ein neuer Anbau an die nordöstliche Ecke der Burg verordnet wodurch nicht nur das daselbst befindliche Fürstliche Apartement vollständiger gemacht, sondern auch für einige Cavalier Wohnung Platz gewonnen wurde" (zit. nach Holtmeyer 1913, S. LXXXIV). Offensichtlich empfand der Landgraf nach wie vor den vorhandenen Wohnraum als unzureichend.
Wie der vorangegangene basiert auch dieser Aufriß auf der Kopie eines älteren Planungszustandes, der allerdings nur in Graphit angelegt und nicht mit grauer Feder nachgezogen wurde. Unklar ist, ob der Entwurf aus dem Jahre 1795 (GS 5652) zugrunde lag oder eine verlorene Zeichnung. Für letzteres spricht, daß sich die in Graphit angelegte bezinnte Mauer des Zwingers unter der rötlichen Lavierung des Anbaus fortsetzt. Die Situation in diesem Bereich könnte also in etwa GS 5669 entsprochen haben. Die Dachformation des ehemaligen Küchenbaus, die ebenfalls schemenhaft in Graphit sichtbar ist, folgt allerdings nicht dieser Aufrißvariante, sondern dem älteren Entwurf von 1795 (GS 5652).
Jussow nutzt bei diesem Aufriß die Kolorierung, um das Wesentliche, den Damenbau, farblich hervorzuheben. Demselben Zweck dient ein Bruch in der Projektion des Aufrisses. Während der größte Teil der Fassade in der üblichen Schrägsicht entsprechend der im Grundriß Marb. Dep. 45 angegebenen Konstruktionslinie erscheint, ist der neu entworfene Nordostkomplex, auf den es Jussow vor allem ankam, in frontaler Ansicht erfaßt. Auf diese Weise konnte Jussow die vorgenommenen baulichen Veränderungen, die Schließung der Arkade zwischen Bergfried und Damenflügel, ohne Verkürzung darstellen. Der Wechsel in der Projektion war ein übliches Darstellungsmittel zeitgenössischer Architekten.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [CL]


Literatur:
Klein 1975, S. 149, Abb. 4; Dittscheid 1987, S. 185, 355, Nr. 180, Abb. 329, Farbtaf. IX unten; Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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