2.6.9.14 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zur Kuppeldekoration des Rittersaals im Bergfried, halbierte Untersicht und Teilansicht



2.6.9.14 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zur Kuppeldekoration des Rittersaals im Bergfried, halbierte Untersicht und Teilansicht


Inventar Nr.: GS 5708
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zur Kuppeldekoration des Rittersaals im Bergfried, halbierte Untersicht und Teilansicht
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1794/95
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau, aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 30,5 x 49,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen:


Katalogtext:
Die Zeichnung gibt in der rechten Hälfte eines Halbkreises den Querschnitt mit dem halbierten Seitenaufriß, in der linken Hälfte die geviertelte, unvollendete Ansicht der Kuppel von unten wieder. Die halbkugelige Kalotte steigt über spitzbogigen Stichkappen an, die mit Kreuzblumen gefüllt sind. Die rautenförmigen Zwickel sind ebenfalls mit Kreuzblumen versehen. Ein Netz aus dünnen Stuckrippen scheint die Kuppel zu überziehen. Die gestreckten sechseckigen Felder darüber weisen je eine Helmzier, eine mittige Maßwerkrosette und ein obereres Kreuz bzw. einen Stern auf. Der obere Bereich ist rautenförmig kassettiert und schließt mit einer Rosette ab.
Hier begegnen sich mit der Kassettierung, den Kreuzblumen und der Helmzier klassizistische und neogotische Elemente (Manuskript Schuchard/Dittscheid). Die Kassettierung, die von den antiken Bauwerken, wie etwa dem Pantheon in Rom, ausgeht, wurde auch in England, so zum Beispiel im Somerset House von William Chambers vor 1800, häufig verwendet. Im "Treatise on the Decorative Part of Civil Architecture" von 1759 hat Chambers "Compartments of Coved Ceilings" bzw. "Compartments for Circular Coved Ceilings" abgebildet (Snodin 1996, S. 126, Abb. 173, 174), die auch Jussow gekannt haben wird. Mit Hilfe der im Detail zuverlässigen Bauaufnahme GS 5666 kann geschlossen werden, daß der Entwurf wohl 1794/95 ausgeführt wurde.
Im Gemäldeinventar von 1798 wird erwähnt, daß die Decke aufgemalt, also nicht stukkiert warb (Dittscheid 1987, S. 175), so daß sie durch geschickte Vortäuschung einen hohen Anspruch erfüllen konnte.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HPG]


Literatur:
Katalog Kassel 1958, S. 21, Nr. 54 (mit Abb.); Reuther 1959, S. 51; Bangert 1969, S. 34, Fig. 30, S. 110, Anm. 12; Dittscheid 1987, S. 175, 351, Nr. 162, Abb. 327; Katalog Kassel 1999/CD-Rom; Katalog Kassel 1999/1, S. 170, Kat.Nr. 49


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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