2.6.9.28 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zu einem neogotischen Kanapee, perspektivische Ansicht



2.6.9.28 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zu einem neogotischen Kanapee, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: GS 5714
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zu einem neogotischen Kanapee, perspektivische Ansicht
Künstler: Johann Christian Ruhl (1764 - 1842)
Datierung: um 1800
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Pinsel in Schwarz, graublau und braun aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 21,4 x 32,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Der Entwurf eines Kanapees gehört zu einer Reihe von Stuhl- und Armsesselentwürfen (vgl. GS 5715, GS 5716, GS 5717, GS 5718, GS 5719, GS 5721, GS 16732), die allesamt für die Ausstattung der Löwenburg vorgesehen waren, aber nicht zur Ausführung kamen. Die Blätter stammen von ungeschulter Hand und weisen zum Teil solche gravierenden perspektivischen Verzerrungen auf, daß sie keinesfalls Jussow, sondern Johann Christian Ruhl zugeschrieben werden müssen.
Das hier gezeigte Möbel ruht auf konisch spitz zulaufenden Beinen über kleinen Kugeln. Die Verbindung der Füße mit der Zarge und den geschwungenen Armlehnen geben mit Rosetten geschmückte Eckklötzchen an. Die zurückschwingenden Armstützen enden oben ebenfalls in einem Eckwürfel, der mit Rosetten besetzt ist und von einer Art Pinienzapfen bekrönt wird. Allein die Applikation einiger Dekorelemente formt das Möbel zu einem neogotischen Stück um. Dementsprechend schmücken die Zargen und die geteilte Rückenlehne ein gotisierendes, maßwerkähnliches Schnitzwerk. Die Bekrönung des Giebelfelds auf der Rückenlehne mit einem Visierhelm verweist ebenso auf den mittelalterlichen Charakter des Stückes.
Gotisierende und klassizistische Formelemente stehen bei dem Entwurf unvermittelt nebeneinander. Es wurde nicht der Versuch unternommen, gotische Konstruktionsweisen oder Möbeltypen nachzuformen oder neu zu interpretieren, sondern das klassizistische Formenrepertoire wurde mit einigen willkürlich gewählten gotischen Schmuckelementen kombiniert, ohne zu einer eigenständigen Neuformulierung zu gelangen.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [ST]


Literatur:
Katalog Kassel 1958, S. 22, Nr. 64 (mit Abb.); Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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