2.6.12.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zur Tribüne am Turnierplatz inmitten ihrer landschaftlichen Umgebung, Aufriß



2.6.12.1 - Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zur Tribüne am Turnierplatz inmitten ihrer landschaftlichen Umgebung, Aufriß


Inventar Nr.: GS 5723
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Löwenburg, Entwurf zur Tribüne am Turnierplatz inmitten ihrer landschaftlichen Umgebung, Aufriß
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1800
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau, Braun und Schwarz, aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 31,5 x 50,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fuß"
Beschriftungen:


Katalogtext:
"Vor dem nördlichen Thore", berichten die "Historischen Nachrichten" 1800 über den Fortgang der Arbeiten bei der Löwenburg, "verschönert ein im alten Geschmack mit geschnittenen und in macherley Gestalten geformten Hecken und Bäumen; Baßins; Springbrunnen; Statuen; Bogengängen und Vogelhäußern angelegter Garten die Gegend und erhöhet die Täuschung vom würklichen Alter der Burg. Zu gleichem Zwecke wird vor dem südlichen Thore ein Turnier Platz angeordnet und ist mit der Abtragung des darauf befindlichen hohen Erdbodens im Monath September angefangen worden" (zit. nach Holtmeyer 1913, S. LXXXIX).
Zu dem Turnierplatz im Südwesten der Löwenburg haben sich zwei Entwurfszeichnungen von Jussow erhalten: ein Aufriß der Tribüne inmitten ihrer landschaftlichen Umgebung (GS 5723) sowie ein weiterer Aufriß und ein Schnitt durch das Gebäude (GS 5724). Wie die Situationspläne zur Löwenburg zeigen, wurde das Gelände vor dem Südtor planiert und zum Hang hin terrassenförmig angelegt, um den Besuchern der veranstalteten Feste und Wettkämpfe Platz zu bieten. Die zweigeschossige, siebenachsige Tribüne stand im Zentrum der Anlage und war ihrer Aufgabe entsprechend, die "Täuschung vom würklichen Alter der Burg" zu erhöhen, in gotisierenden Formen gehalten. Der mit Maßwerk verzierte Aufsatz scheint der Zeichnung nachträglich hinzugefügt worden zu sein. Um das bereits dunkelgrau lavierte Dach zwischen den spitzbogigen Giebeln der mittleren drei Achsen abzudecken, hat der Zeichner dort Papierstücke aufgeklebt und so den Übergang zum eingefügten Dachreiter hergestellt.
Die Entwurfszeichnung zur Tribüne wurde vermutlich nachträglich mit einer Klappe versehen, die das untere Geschoß durch einen schmalen Sockel ersetzt und den Approbationsvermerk des Landgrafen trägt. Danach sollte das Gebäude auf ein Geschoß reduziert werden. In welcher Form es letztendlich ausgeführt wurde, ist unsicher, da sich keine zuverlässigen Ansichten erhalten haben und der hölzerne Bau bald baufällig wurde. Die Situationspläne GS 18403 und GS 5639 zeigen nur ein dreiachsiges Gebäude.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [CL]


Literatur:
Katalog Kassel 1958, S. 22, Nr. 60; Reuther 1959, S. 51; Bangert 1969, S. 110, Anm. 12; Katalog Kassel 1999/CD-Rom; Katalog Kassel 1999/1, S. 174, Kat.Nr. 51; Becker 2005, Abb. 102; Becker/Karkosch 2007, S. 132, Abb. 132


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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