2.3.9.14 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, zwei Vorentwürfe, perspektivische Ansicht
2.3.9.14 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, zwei Vorentwürfe, perspektivische Ansicht
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| Inventar Nr.:
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GS 5729 |
| Bezeichnung:
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Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Corps de Logis, zwei Vorentwürfe, perspektivische Ansicht |
| Künstler:
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Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
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| Datierung:
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um 1791 |
| Geogr. Bezug:
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Kassel-Wilhelmshöhe |
| Technik:
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Graphit, Feder in Braun, braun laviert |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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keine Angabe |
| Maße:
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30,9 x 50,8 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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- |
| Beschriftungen:
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Katalogtext:
Jussows Vorentwürfe waren Diskussionsbeiträge. Das wird besonders in diesem Skizzenblatt deutlich, auf dem zwei unterschiedliche Varianten gezeichnet sind. Im oberen Teil des Blattes ist Jussows Projekt mit einer Ruine anstelle des Corps de Logis abgebildet. Es wurde vermutlich von einer früheren Zeichnung auf dieses Blatt gepaust. Die Ruine greift Motive der Seitenflügel auf, wie die säulenumstandenen Seitenapsiden. In Spuren ist der Mittelrisalit sichtbar, dessen Säulen die Fragmente eines Dreiecksgiebels tragen. Wie in GS 5728 zeichnete Jussow links und rechts von ihm einzelne dorische Säulen, die auf Kolonnaden als Verbindung zwischen Mittelbau und Seitenflügeln hindeuten. Die Seitenflügel sind lediglich in Umrißlinien skizziert und überzeugen perspektivisch nicht. Einige Hilfslinien erleichterten Jussow - wie in GS 5728 - die Ausführung der Zeichnung. Im Unterschied zu diesem Entwurf war hier der linke Teil der Ruine möglicherweise als bewohnbar gedacht, weil Jussow eine Art dreigeschossigen Wohnturm in die Ruine miteinbezog.
Auf demselben Blatt zeichnete Jussow einen weiteren Vorentwurf, bei dem statt der Ruine ein kuppelbekrönter, tempelartiger Rundbau das Zentrum einnehmen sollte. Kolonnaden mit dorischen Säulen, unterbrochen durch kleine Triumphbögen, verbinden ihn mit den Flügelbauten. Der mit ionischen Säulen gegliederte Rundbau erinnert an Vorbilder der italienischen Renaissance und des englischen Palladianismus.
Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [FCS]
Literatur:
- Albrecht Bangert: Architektur von H. Chr. Jussow in Kassel um 1800. Diss. München 1969, S. 27, 29, 36, 111, Kat.Nr. Fig. 13 (Ausschnitt), Fig. 19, Fig. 33-34.
- Dittscheid, Hans-Christoph: Kassel-Wilhelmshöhe und die Krise des Schloßbaues am Ende des Ancien Régime. Charles de Wailly, Simon Louis Du Ry und Heinrich Christoph Jussow als Architekten von Schloß und Löwenburg in Wilhelmshöhe (1785-1800). Worms 1987, S. 125, 127, 337, Kat.Nr. Nr. 95, Abb. 227.
- Hans-Christoph Dittscheid: Sanierung im Interessenkonflikt zwischen Denkmalpflege und Museum: Schloß Wilhelmshöhe in Kassel. In: Burgen und Schlösser. Zeitschrift der Deutschen Burgenvereinigung e. V. für Burgenkunde und Denkmalpflege 1997, S. 4-16. 1997, S. 10, Kat.Nr. 9.
- Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 138, Kat.Nr. 24.
- Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.
Letzte Aktualisierung: 12.02.2026