2.3.4.4 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Entwurf zum Erdgeschoß, Grundriß



2.3.4.4 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Entwurf zum Erdgeschoß, Grundriß


Inventar Nr.: GS 5747
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Entwurf zum Erdgeschoß, Grundriß
Künstler: Simon Louis Du Ry (1726 - 1799), Entwurf
Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Mitarbeit
Datierung: 1786
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau und Braun, rosa und gelb laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappen mit Lilie, darunter "WB" ligiert (?)
Maße: 32,4 x 50,6 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben links: "8 bogen Thuren jede 6 fus im lichten breit 13 fus hoch / 16 bogen fenster jedes 4 fus 3 zol im lichten breit, mit dem bogen 11 fus hoch inclusive brustung / ohne brustung mit dem bogen 8 fus hoch" (Feder in Braun)
oben mittig: "rez de chaussée" (Feder in Braun)
oben rechts: "Die Thuren werden im Mauerwerk 51/2 fus breit 10 fs hoch." (Feder in Braun)
unten links: "Die Abänderungen habe ich mit Graphit / eingezeichnet. Der Riß wird nach dem Maasstabe / des hier beigelegten Plans vom Corps de logis / aufgetragen." (Graphit)
verso: "jeder bücher schranck ist / 6 fus breit" (Graphit)


Katalogtext:
Du Ry zeichnete den Grundriß 1786, im Jahre des Baubeginns. Jussow nutzte später den Grundriß als Arbeitshilfe und überarbeitete ihn mehrfach. Das Vestibül unterteilte Jussow durch freihändig eingezeichnete Säulen, die Treppe war schon von Du Ry zweiläufig angelegt worden. Die Repräsentationsräume bilden hinter dem Vestibül auf der Stadtseite der Salon, das Audienzzimmer und die Bibliothek, der die gesamte Ausdehnung des westlichen Gebäudeteils einschließlich der Apsis vorbehalten war. Sie und der galerieartige Langraum waren ursprünglich durch eine Mauer getrennt. Ein fest aufgeklebtes Deckblatt ändert die Eintragung, indem die Wand durch vier Säulen ersetzt wird. Östlich von Vestibül und Salon liegen die Privaträume des Landgrafen. Das Schlafzimmer und die Garderobe mit dem Bett des Kammerdieners waren im nördlichen, parkseitigen Teil untergebracht.
Die von Du Ry vor dem Salon eingezeichnete Freitreppe strich Jussow mehrfach aus und übertrug sie in der Zeichnung auf die Nordseite, wozu er die von Du Ry an dieser Stelle eingetragene Treppe überging und vergrößerte. Eine erhebliche Veränderung der Struktur entstand dadurch, daß die Wand zwischen Salon und Audienzzimmer niedergerissen wurde und so ein einziger Raum entstand. Vermutlich hatte Jussow einst über diesen Bereich ein Deckblatt geklebt, um die zahlreichen Korrekturen in diesem Raum ungesehen zu machen, darauf deuten jedenfalls die Klebespuren hin. In die Garderobe baute Jussow 1789 eine Wendeltreppe ein (Holtmeyer 1913, S. XXXIV; Manuskript Schuchard/Dittscheid).

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [FCS]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom; Katalog Kassel 1999/1, S. 128, Kat.Nr. 18


Letzte Aktualisierung: 22.12.2020


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