2.3.8.6 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Kirchflügel, Entwurf zur Kapelle mit Blick nach Osten zum Fürstenstand, Querschnitt



2.3.8.6 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Kirchflügel, Entwurf zur Kapelle mit Blick nach Osten zum Fürstenstand, Querschnitt


Inventar Nr.: GS 5771
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Kirchflügel, Entwurf zur Kapelle mit Blick nach Osten zum Fürstenstand, Querschnitt
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: um 1792
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau und Braun, aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 30,4 x 49,6 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Das Blatt gibt wie GS 5764 einen Querschnitt durch die dreischiffige Kapelle mit Blick auf den 1792 eingebauten Fürstenstand wieder. Auffällig ist, daß Jussow keine erhöhte Loge für den Fürsten vorsah, wie es in Hofkapellen üblich war und wie er es in Söder plante (vgl. GS 6049) sondern den Fürstenstand ebenerdig konzipierte.
Das heutige Erscheinungsbild des Entwurfes wird durch das aufgeklebte Deckblatt zur Gestaltung der Ostwand bestimmt. Es zeigt zwischen zwei römisch-dorischen Säulen verglaste Fenstertüren oberhalb einer Balustrade, hinter der sich der Fürstenstand befindet. Über der Verdachung ist das Monogramm des Landgrafen "WL" angebracht. Wie Jussow entwarf auch Du Ry derartige gerahmte Monogramme für den Landgrafen (vgl. GS 12809).
Unter der Klappe verbirgt sich die zuerst geplante Version der Loge, die sich hinter einer größeren und tiefergelegten Balustrade befindet. Sie ist durch eine Tür in der Rückwand zugänglich. Eine rote, geraffte Draperie ist an den Säulen angebracht und verleiht mit ihrer Farbigkeit dem Blatt großen Reiz. Darüber, im Fries, ist ein ovales Medaillon mit Lorbeerkranz über einer Tafel mit den Initialen "D[ominus]. O[ptiums]. M[aximus]." konzipiert. Über dem Fürstenstand sah Jussow die Orgelempore vor, die ursprünglich auch durch eine Klappe abgedeckt werden konnte. Sie war vom Mittelkorridor der Beletage aus betretbar. In seinen "Baurapporten an den Landgrafen über das Bauwesen" bemerkte Du Ry am 26. Mai 1792: "In der Capelle ist die Thüre welche aus dem Zimmer neben dem Saal in den Fürstlichen Stand führen soll, durchgebrochen. Die vordre Wand des Fürstl. Standes so wie der Altar Tisch und die Bäncke sind noch in Arbeit, die Zierathen der Cantzel und der Orgel sind aber fertig vergoldet" (StAM Best. 6a, Nr. 153; vgl. Dittscheid 1987, S. 116).

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [FCS]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom; Katalog Kassel 1999/1, S. 134, Kat.Nr. 21


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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