2.3.5.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Deckenentwurf für den Speisesaal im Erdgeschoß (Raum 188), Untersicht



2.3.5.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Deckenentwurf für den Speisesaal im Erdgeschoß (Raum 188), Untersicht


Inventar Nr.: GS 5781
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Deckenentwurf für den Speisesaal im Erdgeschoß (Raum 188), Untersicht
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: um 1788
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau, Pinsel in Braungrau, grau und braungrau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 49,5 x 66,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Zwei gekoppelte Säulenpaare trennen den rechteckigen Haupt- von dem apsidialen Anraum. Die Beleuchtung der Untersicht von oben links wird durch die Schattierung erkennbar. Die Säulenkapitelle dorischer Ordnung tragen jeweils einen unterseitig kassettierten Architrav; zwischen beiden Architraven befindet sich in der Mitte ein Flechtband. Wirbelrosetten füllen die Kassetten. Die fortgesetzten Ornamente des dorischen Gebälks umgeben die Wände von Haupt- und Anraum. Der Deckenspiegel, der im Hauptraum zwei Rosetten, im apsidialen Raum eine Rosette zeigt, wird von einem mäanderähnlichen Fries aus Winkelhaken gerahmt. Die Verzierung des halbrunden Anraums ist heute nicht mehr erhalten, wohingegen die Stuckornamente des Architravs und des rechteckigen Saales noch vorhanden sind.
Mäandrierende Friese sind im späten 18. Jahrhundert häufig verwendet worden. Im Vestibül von Chambers' Somerset House sind ebenfalls gekuppelte toskanische Säulen vorhanden, die Gurte mit Mäandermuster tragen (Newman 1996, S. 120f.). Bei der Decke des Treppenhauses von Schloß Duddingstone in Schottland, ab 1762 gleichfalls von Chambers entworfen (Harris 1970, Abb. 85), ist die zentrale Blattrosette auch von einem Mäanderfries umzogen. Wenn Jussow seine Anregung aus diesem Bau geschöpft hat, hat er die Decke aber wesentlich schlichter gestaltet und nur Teile aus dem Formenvokabular von Chambers übernommen. In der Raum-, nicht in der Deckengestaltung ist der "Painted Room" im Spencer House in London, den James Stewart 1758 errichtet hat, eng verwandt (Middleton/Watkin 1977, Abb. 97). Auch hier teilen zwei Säulen, allerdings in korinthischer Ordnung, den apsidialen Anraum von dem rechteckigen Hauptraum. Diese architektonische Formensprache ist in dieser Zeit so verbreitet, daß für die Gestaltung Jussows kein konkreteres Vorbild genannt werden kann.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HPG]


Literatur:
Dittscheid 1987, S. 94, 97, 273, Anm. 689, Abb. 266; Katalog Kassel 1999/CD-Rom; Katalog Kassel 1999/1, S. 130, Kat.Nr. 19


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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