2.3.5.12 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Deckenentwurf für den Salon der Beletage (Raum 202), Untersicht



2.3.5.12 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Deckenentwurf für den Salon der Beletage (Raum 202), Untersicht


Inventar Nr.: GS 5783
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Deckenentwurf für den Salon der Beletage (Raum 202), Untersicht
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
Datierung: 1788
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau, grau und zartlilagrau laviert, rosa aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 51,2 x 66,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Die Zentralrosette wird von einem oktogonalen Schirm eingefaßt, der von Blütengirlanden gesäumt ist. Am Deckenrand, der nur in der linken oberen Ecke rosa aquarelliert ist, sind Akanthusranken mit Zweigen mit Mäanderabschnitten verbunden; eine Reihe stehender Akanthusblätter schmückt die Kante.
Die Umsetzung des mittleren Rosettenentwurfs weist geringe Abweichungen auf, weil die Mäanderornamente ebenso fortgelassen wurden wie die in die Raumecken ausstrahlenden vier Palmetten (Dittscheid 1987, Abb. 269). Das Randgesims wurde dem Entwurf entsprechend ausgeführt.
Plafonds mit Schirm- oder Fächergestaltungen, die in Rundungen eingeschrieben sind, finden sich auch bei Bauten von William Chambers, so im Entwurf für die Bibliothek der Woburn Abbey (Harris 1970, Abb. 90). Der Zeitgenosse von Chambers, Robert Adam, gestaltete eine solche Decke in Landowne House oder ein Attika-Geschoß in Kenwood.
Die Beletage, die nach der ursprünglichen Konzeption des Schlosses Weißenstein für wichtige Besucher gedacht war, konnte durch solche internationalen Architekturzitate den hohen Anspruch des Gastgebers vertreten. Jussow hat sich der Ornamentik der englischen Hofarchitekten bedient, ohne eine Kopie davon zu erstellen.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HPG]

Literatur:
  • Dittscheid, Hans-Christoph: Kassel-Wilhelmshöhe und die Krise des Schloßbaues am Ende des Ancien Régime. Charles de Wailly, Simon Louis Du Ry und Heinrich Christoph Jussow als Architekten von Schloß und Löwenburg in Wilhelmshöhe (1785-1800). Worms 1987, S. 94, 98, 273, Kat.Nr. Anm. 689, Abb. 268.
  • Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.


Letzte Aktualisierung: 12.02.2026



© Hessen Kassel Heritage 2026
Datenschutzhinweis | Impressum