2.7.7.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Werkzeichnung zum "Jussow-Tempel", Schnitt



2.7.7.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Werkzeichnung zum "Jussow-Tempel", Schnitt


Inventar Nr.: GS 5813
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Werkzeichnung zum "Jussow-Tempel", Schnitt
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1817/18
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grau
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 28,1 x 30 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: mittig rechts: "Architrav, Fries, Corniche" (Feder in Grau)


Katalogtext:
Der schematisch wiedergegebene Schnitt des Tempels gilt vornehmlich der zweischaligen Kuppel. Die äußere Kuppel sitzt über einer Holzbalkenkonstruktion auf dem Kranzgesims der Cella auf. Die innere, von dem Holzgebälk getragene Kuppelschale spannt sich vom Architrav des Säulenumgangs bis zu dem Kranzgesims der Cella.
Der Schnitt zeigt außerdem die Dachkonstruktion des Säulenumgangs. Dieser ist über dem Gebälk mit waagerechten, ein flaches Pultdach tragenden Holzbalken gedeckt. Während die Bestandteile des Gebälks über den Säulen von der Hand Jussows bereits beschriftet sind, bleiben die darunterliegenden Säulen und Kapitelle noch undefiniert.
Der Tempel wurde 1817/18 auf dem kleinen Hügel oberhalb des Fontänenteichs am Einlauf der Peneus-Kaskaden als malerische Staffage errichtet. Ursprünglich war der Rundtempel als Ersatz für den zerfallenen Apollotempel auf dem benachbarten Schneckenberg (= Apolloberg) errichtet worden. Mehrere Vorbilder aus dem klassisch englischen Landschaftsgarten könnten Pate gestanden haben: Schon in Stourhead erhob sich auf einem Hügel ein Tholos mit Kuppel und Säulenumgang, der dem Gott der Musen gewidmet war (Apollotempel, 1765). Beim "Tempel der Freundschaft" (1739) in Stowe handelte es sich hingegen um einen Antentempel mit Portikus. Über dem Portal waren die Embleme von Freundschaft, Gerechtigkeit und Freiheit für eine bessere Zeit angebracht. Dort versammelte Lord Cobham seine 'Boy-Patriots' zu politischen Gesprächen, die den Sturz der Regierung zum Ziel hatten. Die Parkstaffage stand hier in einem moralphilosophischen Kontext (vgl. Buttlar 1989, S. 42, 81, 84). Es ist erwiesen, daß Parkbauten gleicher Bauart einem mehrfachen Bedeutungswandel unterliegen konnten. So war es auch auf der Wilhelmshöhe. Daß der Rundtempel neben dem Apollo und der Freundschaft zuletzt auch noch den Namens seines Erbauers trug, kam einer Würdigung Jussows ob seiner großen Verdienste um die Entstehung des Bergparks gleich.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HB]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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