2.4.1.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Theater, Entwurf der südlichen Schmalseite, Aufriß



2.4.1.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Theater, Entwurf der südlichen Schmalseite, Aufriß


Inventar Nr.: GS 5824
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Theater, Entwurf der südlichen Schmalseite, Aufriß
Künstler: Leo von Klenze (1784 - 1864), Architekt
Datierung: um 1808
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 34,7 x 48,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen:


Katalogtext:
Dieses für die Planungsgeschichte bedeutsame Blatt zeigt Klenzes Überlegungen hinsichtlich der Eingangs- und Fenstersituation an der südlichen Schmalseite des Theaterbaus. Während die zur Ausführung gelangte Architektur in Gestalt der Eckpilaster und des Gebälks mit Attika in schwarzer Feder eingetragen ist, sind andere Elemente der Fassadengestaltung in Graphit verblieben. Dazu gehören die seitlich des Eingangs angeordneten schmalen Rechteckfenster, die direkt auf dem Gesims über der Putzrustikazone aufsetzen und der Belichtung des Königsfoyers dienen. Sie sind in dieser Form auch ausgeführt worden. Nicht weiter verfolgte Klenze dagegen die Idee einer rundbogigen Portalöffnung, die über eine zweiarmige Treppenanlage zugänglich sein sollte. Vertikale Hilfslinien geben hier die Stufenabstände an. Die Zeichnung zeigt an dieser Stelle eine rundbogige, von Werksteinen eingefaßte Maueröffnung. Nicht ganz eindeutig ist die Zeichnung im Bereich der Sockelzone. Die rundbogige Linie deutet einen zusätzlichen Eingang an, allerdings könnte es sich auch um eine Blendarchitektur handeln.
Zwar ist dieser Entwurf wieder verworfen worden, er zeigt jedoch, wie Klenze um eine konstruktive Lösung rang. Da sich Klenze bei der Umsetzung des Theaterprojekts bewußt für einen der Gartenarchitektur gemäßen Pavillonbau entschieden hatte, wäre bei einer derartigen Treppenlösung die Überfrachtung der schmalen Fassade unweigerlich die Folge gewesen. Zudem hätte sich die Unvereinbarkeit des eingeschossig konzipierten Gebäudes mit dem durch die Nutzungsvorgaben erforderlichen zweigeschossigen Innern am Außenbau nun deutlich abgezeichnet.
Das Blatt stammt aus dem Nachlaß des Architekten Heinrich Christoph Jussow, an den Klenze noch vor dem Ende der Arbeiten die Bauleitung abtreten mußte.
Stand: September 2004, korrigiert September 2007 [MH]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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