2.7.2.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Wasserfall am Hang (Teufelsbrücke?), Geländeschnitt



2.7.2.2 - Kassel-Wilhelmshöhe, Wasserfall am Hang (Teufelsbrücke?), Geländeschnitt


Inventar Nr.: GS 5851
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Wasserfall am Hang (Teufelsbrücke?), Geländeschnitt
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: um 1791
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Feder in Braun
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 22 x 34,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: in der Darstellung: Berechnungen (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Die Skizze zeigt den Schnitt durch einen etwa 250 m langen Wasserfall mit drei markierten Stellen: "Ausfluß", "Brücke" und "Bassin". Offenbar handelt es sich hierbei um eine Vorstudie für die Konstruktion eines freien Wasserfalls an einem Berghang. Der Hinweis "Brücke" läßt eine Verbindung zu dem bevorstehenden Bau der Teufelsbrücke im Bergpark Wilhelmshöhe möglich erscheinen. Die Teufelsbrücke wurde unter Jussows Leitung von 1792 bis 1793 südlich der Plutogrotte errichtet (Hoffmann 1960, S. 18).
Die Skizze enthält Berechnungen für die einzelnen Gefällstrecken des Wasserlaufs vom oberen Reservoir bis zum Bassin. Aus dem Geländeschnitt ergibt sich das Profil des Wasserfalls. Vom oberen Sammelteich bis zur Brücke verläuft er gemäß des geringen Gefälles fast linear. Unterhalb der Brücke nimmt das Gefälle etwas zu, d. h. auf einer Strecke von 228 Fuß senkt sich der Hang 21 Fuß. Wenn die erste Hanghälfte passiert ist, unterbricht eine senkrechte Wand plötzlich den linearen Wasserfluß. Von der Absturzkante fällt das Wasser 16 Fuß (ca. 5 m) im freien Fall auf die nächst tiefere Hangstufe. Sie schiebt sich 93 Fuß (ca. 27 m ) waagerecht in den Hang und läßt das Wasser zu den beiden folgenden Wasserfällen abgleiten. In kurzen Etappen stürzt das Wasser kaskadenartig insgesamt 43 Fuß (ca. 13 m) in die Tiefe. Über eine lange Steilkante wird es anschließend der Mulde am Fuße des Hanges zugeleitet.
Der Wasserfall speiste sich nach der Umgestaltung des Fontänenreservoirs ab 1793 aus dem neuen Sammelteich (Bericht des Weißensteiner Hofgärtners Daniel August Schwarzkopf über die landschaftliche Umgestaltung des Weißensteins 1785 bis 1793 unter Landgraf Wilhelm IX.; vgl. StAM Best. 6a, Nr. 59, fol. 22-39). Die Höhe der errichteten Felswand betrug 10 m (ca. 35 Fuß; Hoffmann 1960, S. 18). Entgegen den dargelegten Planungen stürzte das Wasser also nur über eine Steilwand in den Höllenteich. Topographische Schwierigkeiten und Kostengründe dürften für die Durchführung der einfachen Version ausschlaggebend gewesen sein.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HB]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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