2.7.1.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Aquädukt, Entwurfsskizze, Aufriß von Süden



2.7.1.3 - Kassel-Wilhelmshöhe, Aquädukt, Entwurfsskizze, Aufriß von Süden


Inventar Nr.: GS 5857
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Aquädukt, Entwurfsskizze, Aufriß von Süden
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
Datierung: vor 1789
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, braungrau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 31,3 x 19,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten rechts: "Jw del" (mit Graphit);


Katalogtext:
Der Entwurf zeigt den Aquädukt, der von 1788 bis 1792 erbaut und am Himmelfahrtstag 1792 zum ersten Mal dem Publikum vorgeführt wurde, als Teil einer landschaftlichen Szenerie. Die Zeichnung entspricht weitgehend der Bauausführung. Der Aquädukt ist in Funktion gezeigt. Die Wassermassen stürzen von der Abbruchstelle am vierten unvollendeten Bogen senkrecht in die Tiefe. Ungebremst prallt das Wasser zunächst auf den Vorsprung einer aufgetürmten Felswand, um neuerlich teils im freien Fall, teils seitlich über drei Kaskadenblöcke in den Kessel herabzustürzen.
Die Ruinenarchitektur, der reißende Wasserfall und die zwei kräftigen Laubbäume am rechten Bildrand stehen ausgewogen nebeneinander. Diese harmonische Verbindung von architektonischen und natürlichen Elementen - insbesondere des Wassers - führt zu einer großartigen Landschaftsinszenierung, in der die Ruine im Mittelpunkt steht.
Der hier gezeigte östliche Abschnitt des Aquädukts mit dem Wasserkastell entspricht der ausgeführten Version mit drei Bögen; die Wasserabsturzstelle befindet sich am Fragment des vierten Bogens. Deutlich erkennbar ist in Jussows Entwurfsskizze bereits das später ausgeführte Gurtgesims an den Pfeilern von Turm und Bögen, die Ausmauerung der Bögen mit Keilsteinen, das Kranzgesims auf Höhe der Wasserrinne sowie die Durchbrechungen in der Attika. Weitgehend identisch ist auch der Verlauf der Bruchkante am Mauerwerk des Turmes.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [HB]

Literatur:
  • James Smith Pierce: Architectural Drawings and the Intent of the Architect. In: Art Journal 27, S. 48-59. 1967, S. 49f, Kat.Nr. 4.
  • Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 182, Kat.Nr. 55.
  • Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.
  • Becker, Horst und Karkosch, Michael: Park Wilhelmshöhe Kassel. Historische Analyse, Dokumentation, Denkmalpflegerische Zielsetzung. Regensburg 2007, S. 140, Kat.Nr. Abb. 140.


Letzte Aktualisierung: 13.02.2026



© Hessen Kassel Heritage 2026
Datenschutzhinweis | Impressum