1.53.3.2 - Kassel, Wilhelmshöher Tor, Projekt im "griechischen" Stil, Entwurf mit sechssäuligem Mittelbau, Aufriß von Osten



1.53.3.2 - Kassel, Wilhelmshöher Tor, Projekt im "griechischen" Stil, Entwurf mit sechssäuligem Mittelbau, Aufriß von Osten


Inventar Nr.: GS 5864
Bezeichnung: Kassel, Wilhelmshöher Tor, Projekt im "griechischen" Stil, Entwurf mit sechssäuligem Mittelbau, Aufriß von Osten
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
Datierung: um 1805
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Grauschwarz, grau laviert, hellbraun aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 26,6 x 42,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Jussow hat bei diesem Entwurf zwischen die beiden Wachthäuser eine streng auf Säulen und Gebälk beschränkte Torarchitektur gestellt, die dem 1793 vollendeten Brandenburger Tor in Berlin ähnelt. Beide Toranlagen beziehen sich auf ein gemeinsames Vorbild, die Propyläen in Athen (Manuskript Schuchard/Dittscheid; bereits 1837 ist bei Lobe von "der Nachahmung des Brandenburger Thors zu Berlin" die Rede; Lobe 1837, S. 65).
Acht auf würfelförmigen Postamenten stehende basenlose Säulen dorischer Ordnung mit Kanneluren und bemalten Kapitellen tragen ein Gebälk, das mit dem der Wachhäuser verkröpft ist. Auffälligerweise wurde auf den üblichen Fries aus Triglyphen und Metopen verzichtet, so daß das Gebälk einen bandartigen und sehr stark horizontal wirkenden Charakter erhält. Das deutlich ausgebildete Geison mit den Mutuli sowie die niedrige Attika verstärken diesen Eindruck. Durch die weibliche Sitzfigur, die über der breiteren mittleren Durchfahrt auf vier flach ansteigenden Stufen plaziert ist, wird als Gegengewicht dazu eine Akzentuierung der Mitte angestrebt.
Die von zwei Löwen flankierte Figur mit einer Mauerkrone auf dem Haupt könnte als eine Schutzgottheit der Stadt oder des Landes interpretiert werden (im Manuskript Schuchard/Dittscheid wird eine weibliche Personifikation Hessens vorgeschlagen). Zusammen mit den Trophäen über den Säulen der Wachthäuser bildet sie den einzigen skulpturalen Schmuck der Toranlage.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [GF]

Literatur:
  • Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 216, Kat.Nr. 78.
  • Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.


Letzte Aktualisierung: 12.02.2026



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