1.64.5.1 - Kassel, Obere Königsstraße 1 / Wilhelmshöher Platz, Entwurf zum Eckhaus, Aufriß von Südosten



1.64.5.1 - Kassel, Obere Königsstraße 1 / Wilhelmshöher Platz, Entwurf zum Eckhaus, Aufriß von Südosten


Inventar Nr.: GS 5884
Bezeichnung: Kassel, Obere Königsstraße 1 / Wilhelmshöher Platz, Entwurf zum Eckhaus, Aufriß von Südosten
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: um 1806
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Grau und Schwarz, braun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 26,5 x 33 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: unten rechts: "ehemalige Völkel'sche jetzt Ruhlsche Haus Cassel" (Graphit)


Katalogtext:
Das Wohnhaus Obere Königsstraße / Ecke Wilhelmshöher Platz entstand um 1806 offenbar für einen privaten Auftraggeber aus dem Bürgertum. Bauherr war wahrscheinlich der Bibliothekar und Hofrat Völkel (1762-1829) (am 29. März 1805 ist von dem "Völkelschen Hause" die Rede; StAM Best. 53f, Nr. 360; 1809/10 wird der Bankier Bennary als Eigentümer genannt; Stadtarchiv Kassel, Grundsteuerkataster der Stadt Kassel, Bd. 1, 1809, fol. 137; nach einer mit dem Approbationsvermerk Wilhelms I. versehenen Zeichnung im Hessischen Staatsarchiv Marburg könnte der Bau noch vor der 'westphälischen' Zeit begonnen worden sein; vgl. StAM P II 3940/4; Manuskript Schuchard/Dittscheid). Die nachträgliche Notiz auf den beiden Blättern bezieht sich auf Völkel sowie auf verschiedene Angehörige der Künstlerfamilie Ruhl, die ab 1823 Hauseigentümer waren. Während der Zeit des Königreichs Westphalen wurden, wie auch in anderen Gebäuden am Wilhelmshöher bzw. Napoleonshöher Platz, Behörden in dem Neubau untergebracht, zuletzt die Hohe Polizei (Stadtarchiv Kassel, Philipp Losch, Casseler Häusergeschichte, Oberneustadt; Garküche 1814, S. 31; Holtmeyer 1923, S. 687). Das Haus wurde bei einem Bombenangriff 1945 zerstört.
Die fünfachsige Fassade zur Königsstraße zeigt eine stark horizontale Schichtung, die durch betont herausgearbeitete Gesimse und Putzstreifen sowie die gleichmäßige Reihung der Fenster hervorgerufen wird. Die Mittelachse ist dagegen durch eine geringfügige Vergrößerung der Achsabstände, durch die Eingangstür, den Giebel über einem Fenster der Beletage sowie die rundbogige Dachgaube nur zurückhaltend akzentuiert. Die beiden unteren Geschosse sind durch Rustizierung, Schmuckfries, Zahnschnitt am Gurtgesims und Baluster, die in die Brüstungen der Fenster eingestellt sind, hervorgehoben.
Die Einfassung der Zeichnung GS 5884 mit zwei Randlinien, zwischen denen unten der Maßstab eingefügt ist, spricht dafür, daß es sich um einen Präsentationsriß handelt, in den Jussow nachträglich an der rechten Seite die Höhenmaße eingetragen hat.
Der Fassadenaufbau erinnert an Jussows Skizze des dreigeschossigen Gebäudes GS 6247. Dort finden sich weiterhin zwei flüchtig skizzierte Grundrisse, die in der Entwurfsphase zum Eckhaus in der Königsstraße entstanden sein könnten.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [GF]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom; Katalog Kassel 1999/1, S. 218, Kat.Nr. 81


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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