1.3.6.1 - Kassel, Chattenburg, Entwurf zur Ehrenhoffront, Aufriß von Westen



1.3.6.1 - Kassel, Chattenburg, Entwurf zur Ehrenhoffront, Aufriß von Westen


Inventar Nr.: GS 5899
Bezeichnung: Kassel, Chattenburg, Entwurf zur Ehrenhoffront, Aufriß von Westen
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1816/17
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Feder in Grauschwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: "C & I H[ONIG]"
Maße: 20,7 x 51,3 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Es handelt sich hier um einen Entwurf zur Ehrenhoffront, der in großen Teilen bereits dem endgültigen Aufriß entspricht.
Das dreigeschossige Gebäude weist ein als rustizierten Sockel ausgebildetes Erdgeschoß auf, in das Fenster, Türen und Mittelportal als Rundbogenöffnungen einschneiden. Im Zentrum des Eingangs-Querflügels und an den Eckpavillons sind Risalite ausgebildet, die durch kolossale ionische Vollsäulen gegenüber den glatten Rücklagen ausgezeichnet sind. Damit hat Jussow eine Aufrißdisposition verwandt, die in Kassel bereits durch Simon Louis Du Ry an den Seitenflügeln des Wilhelmshöher Schlosses eingeführt worden war. Als Gliederung an Pavillons oder Risaliten weitläufiger Schloßanlagen ist diese Disposition seit dem Barock üblich. Am Mittelrisalit umfaßt das Säulendecorum - wie an den Wilhelmshöher Seitenflügeln - acht, vor den Eckpavillons sechs Achsen. Die beiden Obergeschosse öffnen sich in Rechteckfenstern; die erste Etage, die Beletage, ist durch die Größe der Fenster hervorgehoben. Über dem Kranzgesims erhebt sich eine Attika, die im Bereich der Risalite durch Statuen im antiken Stil in der Achse der Säulen dekoriert ist; in der Mittelachse des Ehrenhofs halten stattdessen zwei Genien das kurfürstliche Wappen. Über der Attika und einem Stufenpodest trägt der Mittelrisalit einen Triumphwagen mit einer stehenden Victoria. Im Gegensatz zu späteren Versionen handelt es sich hier nicht um eine Quadriga, sondern um einen sechsspännigen Wagen. Bei der Figur gab es ebenfalls auf anderen Zeichnungen noch Varianten.
Die Rustizierung des Erdgeschosses weist unterschiedlich hohe Quaderlagen auf und wird mit einem durchgehenden Gesims mit Wellenband abgeschlossen. Beides wurde in späteren Entwürfen nicht mehr aufgegriffen. Die Friesplatten mit antiken Szenen, die die Risalite zwischen dem ersten und dem zweiten Stockwerk schmücken, wurden hingegen auch später beibehalten.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [UH]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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