1.84.7.1 - Kassel, Karlsaue, Entwurf zum Gasthaus, Grund- und Aufriß



1.84.7.1 - Kassel, Karlsaue, Entwurf zum Gasthaus, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: GS 6012
Bezeichnung: Kassel, Karlsaue, Entwurf zum Gasthaus, Grund- und Aufriß
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1816/17
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Grauschwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 38,1 x 54,9 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: mittig rechts: "hiernach ist die Ausführung nicht bewirkt worden" (Graphit)


Katalogtext:
Beide Blätter (GS 6012, GS 6011) zeigen verschiedene Planungsphasen und Varianten des Bauprojekts bis zum Ausführungsentwurf. In GS 6012 ist die in zwei Schritten verlaufende Entwicklung des Grundrisses vom ersten Entwurf bis zur ausgeführten Version nachzuvollziehen. In der ersten Zeichnung werden mit Graphit bereits die Veränderungen vermerkt, die in der anderen Blatthälfte umgesetzt sind. Die hier erscheinenden Ergänzungen in Graphit wiederum finden sich in der Ausführungszeichnung GS 6011 festgelegt.
Ein großer Gastraum nahm fast die Hälfte des Gebäudes ein. Vom Mittelflur aus wurden links ein kleineres Zimmer, die Küche mit dem großen Rauchfang über dem Herd sowie der Abtritt erschlossen. Zwei weitere kleine Kammern, von denen eine über einige Stufen zu erreichen war, ergänzten das Raumangebot. Soweit möglich, war die Raumdisposition mit der konsequent durchgehaltenen Fassadengliederung, die gleichmäßige Fensteranordnungen in allen Fassaden vorsah, in Einklang gebracht. An einer Schmalseite mußte deshalb jedoch ein Blendfenster in Kauf genommen werden.
Bei der Fassadengliederung des eingeschossigen Hauses mit flachem Walmdach wandte Jussow die toskanische Ordnung an, deren Einfachheit und Leichtigkeit nach den Regeln der Architekturtheorie dem Charakter von Gartengebäuden am besten entsprach. Eckpilaster trugen das umlaufende Gebälk mit Zahnschnitt. Die fünfachsige Hauptseite war in der Mitte durch einen Portikus mit freistehenden Säulen und Dreiecksgiebel hervorgehoben. Die einfach gerahmten Fenster hatten große und bis an das Gebälk reichende Keilsteine und saßen auf einem Sohlbankgesims auf. Gegenüber dem ersten Entwurf, der für die Fenster und die Tür jeweils drei auffällig akzentuierende Keilsteine vorgesehen hatte, fand somit eine Vereinfachung im obengenannten Sinne statt (im Manuskript Schuchard/Dittscheid wird die Ausführung als "biedermeierlich brav" gegenüber der ersten Version mit ihren kräftig ausgebildeten Keilsteinen gewertet; diese seien als der "Revolutionsarchitektur" nahestehend einzuschätzen).

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [GF]


Literatur:
Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 09.04.2015


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