4.11.2.8 - Berlin, Opernhaus, Bauaufnahme der Längsseite, Aufriß
4.11.2.8 - Berlin, Opernhaus, Bauaufnahme der Längsseite, Aufriß
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| Inventar Nr.:
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GS 6078 |
| Bezeichnung:
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Berlin, Opernhaus, Bauaufnahme der Längsseite, Aufriß |
| Künstler:
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Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Zeichner/-in
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| Datierung:
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1781 |
| Geogr. Bezug:
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Berlin |
| Technik:
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Graphit, Feder in Grau und Braun, schwarz, braun, rosa und hellblau aquarelliert |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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keine Angabe |
| Maße:
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61,4 x 96,1 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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- |
| Beschriftungen:
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unten rechts: "H.C. Jussow del. 1781" (mit Feder in Grau);
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Katalogtext:
Die sorgfältig gezeichnete und beschriftete Wiedergabe des Opernhauses in Berlin entstand 1781 in Kassel, als Jussow bereits eine Stellung beim Bauamt hatte und parallel noch von Simon Louis Du Ry ausgebildet wurde. Dieser vermittelte Jussow im gleichen Jahr eine Nebenbeschäftigung als Lehrer an der neugegründeten "Académie d'Architecture", die der bestehenden Maler- und Bildhauerakademie angeschlossen wurde (Knackfuß 1908, S. 58-66).
Die Darstellung des Opernhauses ist mit den Entwürfen für eine Synagoge in Kassel (GS 6003, GS 6004, GS 6005 u. GS 6006) eine der frühesten erhaltenen Architekturzeichnungen Jussows.
Die Aneignung von Kenntnissen gebauter Architektur erfolgte durch Reisen oder das Studium und Nachzeichnen von Stichwerken. Auch die Zeichnungen Jussows sind offensichtlich nach einem Stichwerk angefertigt worden, das Johann Georg Fünck 1743 über das neu erbaute Opernhaus herausgebracht hat (Johann Georg Fünck, Plans de La Sale de l'Opera, batie par le Baron de Knobelsdorff [...] à Berlin L'An 1743, Augsburg 1743; Manuskript Schuchard/Dittscheid).
Der Stich der Längsfront gibt die Nischenfiguren zwischen den Kolossalpilastern wieder, die jedoch nicht ausgeführt wurden.
Das 1740-1743 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff für König Friedrich II. erbaute Gebäude galt bereits den Zeitgenossen als vorbildhafte Architektur.
Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [GF]
Literatur:
- Albrecht Bangert: Architektur von H. Chr. Jussow in Kassel um 1800. Diss. München 1969, S. 107, Kat.Nr. Anm. 7.
- Ekhart Berckenhagen: Architektenzeichnungen 1479-1979 von 400 europäischen und amerikanischen Architekten aus dem Bestand der Kunstbibliothek Berlin. Berlin 1979, S. 176.
- Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.
- Maren Christine Härtel: Leo von Klenzes Theater Napoleonshöhe. In: Vom Theaterbau zum Tanzsaal. Die Geschichte des Ballhauses am Schloß Wilhelmshöhe. Hrsg. von den Staatlichen Museen Kassel, Michael Eissenhauer (Monographische Reihe 12). 49-65. Kassel 2004, S. 61, Kat.Nr. 26.
Letzte Aktualisierung: 12.02.2026