2.3.6.4 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Entwurf zu einem Paradebett für das Schlafzimmer der Landgräfin im ersten Obergeschoß, Seitenansicht



2.3.6.4 - Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Entwurf zu einem Paradebett für das Schlafzimmer der Landgräfin im ersten Obergeschoß, Seitenansicht


Inventar Nr.: GS 6118
Bezeichnung: Kassel-Wilhelmshöhe, Schloß, Weißensteinflügel, Entwurf zu einem Paradebett für das Schlafzimmer der Landgräfin im ersten Obergeschoß, Seitenansicht
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825)
Datierung: 1789
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Grauschwarz, grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: keine Angabe
Maße: 47,6 x 61,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: unten rechts: "Jussow del." (Feder in Grau)


Katalogtext:
Jussow entwarf das reich mit Schnitzereien verzierte Paradebett im französischen Grundtyp des "Lit à la romaine" als Gegenstück zum Paradebett des Landgrafen GS 6119, das im Erdgeschoß des Weißensteinflügels aufgestellt war.
Das Paradebett (zum Bett selbst vgl. Brunner 1925, S. XXX [mit Abb.]; Bleibaum 1926, S. 85f., Taf. 41; Himmelheber 1973, S. 58, Abb. 120) ruht auf vier konisch nach unten verjüngten, kannelierten Beinen über Kugelfüßchen. Oberhalb des eingezogenen Schaftrings schließen die Beine mit einem Blattkapitell ab. Mit Rosetten bestückte Würfel stellen die Verbindung mit dem Gestell her. Die untere Zarge verziert ein Wasserwogenband. Ein Blatt- und ein Perlstab fassen zudem den unteren Teil des Gestellrahmens ein. Kopf- und Fußende zeigen an den Rahmenseiten Flechtbänder, wobei das höhere Kopfteil in Bettkastenhöhe von einer Rosette unterbrochen wird. Auf den Rosetteneckklötzen des Kopf- und Fußendes stehen zierliche, kannelierte Säulen mit ausladenden Akanthusvolutenkapitellen. Sie tragen den gewölbten rechteckigen Betthimmel. Ihn umzieht kontinuierlich ein antikisierendes Gebälk, dessen Fries mit einer Akanthusvolutenranke besetzt ist. Die Mitte akzentuiert ein Blattkranz mit beidseitig eingesteckten Lorbeerzweigen. Büsche aus Reiher- und Straußenfedern, die Paradebetten herkömmlicherweise auszeichnen, sind auf den Ecken und in der Mitte des Betthimmels aufgesetzt.
1790 wurde das Bett wahrscheinlich vom Hofbildhauer Nikolaus Valois in weiß-goldener Fassung ausgeführt und stand im ersten Obergeschoß des Weißensteinflügels im Schlafzimmer der Landgräfin (Bleibaum 1926, S. 86).
Nach der Beschreibung von Wilhelm Döring im Jahr 1804 war das "kostbare Prachtbett" mit Lyoner Seide ausgestattet. 1818 wurde es nochmals mit neuen Vorhängen versehen, da die abziehenden Franzosen sie wahrscheinlich mit den anderen Damaststoffen entfernt und mitgenommen hatten (Bleibaum 1926, S. 86). Doch bereits vier Jahre später wurde es, inzwischen aus der Mode gekommen, zusammen mit anderen Möbeln nach Wilhelmsthal überführt, wo es heute noch im Schlafzimmer der Landgräfin im Obergeschoß des Hauptgebäudes steht.

Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [ST]


Literatur:
Döring 1804, S. 25; Katalog Kassel 1999/CD-Rom


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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