2.2.1.5 - Kassel-Wilhelmshöhe, Oktogon und Kaskaden, Entwurf zu einer nächtlichen Illuminierung, perspektivische Ansicht
2.2.1.5 - Kassel-Wilhelmshöhe, Oktogon und Kaskaden, Entwurf zu einer nächtlichen Illuminierung, perspektivische Ansicht
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| Inventar Nr.:
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GS 9733 |
| Bezeichnung:
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Kassel-Wilhelmshöhe, Oktogon und Kaskaden, Entwurf zu einer nächtlichen Illuminierung, perspektivische Ansicht |
| Künstler:
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Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt/-in
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| Datierung:
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1799 |
| Geogr. Bezug:
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Kassel-Wilhelmshöhe |
| Technik:
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Graphit, Feder in Braun, aquarelliert |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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keine Angabe |
| Maße:
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38,4 x 27,2 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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- |
| Beschriftungen:
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Katalogtext:
Der Entwurf entstand anläßlich des Besuches des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und seiner Gemahlin Luise im Juni 1799 und gilt dem ephemeren Festapparat im Zusammenhang mit einer nächtlichen Beleuchtung der Wasserspiele. In der Zeichnung schmückt das königliche Monogramm in einem Strahlenkranz den unteren Teil der Herkules-Pyramide. Darüber sah Jussow eine Fama vor, während am unteren Ende der Kaskade Figuren des Herkules und der Minerva aufgestellt wurden. Die Konfrontation dieser beiden Gestalten der griechischen Mythologie war unter den Landgrafen nicht selten.
Der Besuch und die Illumination fanden rege Beachtung, so berichtete im Juli das "Journal des Luxus und der Moden" ausführlich: "Als Hauptpunkte der Illumination bemerkte man das Octogon mit der Pyramide, die Kaskaden, die Grotten des Neptun und des Pluto, die Einfassungen des Platzes der großen Fontaine, auf der rechten Seite den bekannten Aquedukt, auf der linken die Löwenburg, die majestätisch von der dunklen Waldhöhe herabnickte [...]. In dem Augenblicke, da der König aus dem Speisesaal trat, gab ein Jäger mit seinem halben Monde dem Vesuv das Zeichen zur Eruption; und überraschend war der Augenblick des Losdonners so wie der Anblick der Explosion. Eine Feuersäule, welche Leuchtkugeln auswarf, stieg in die Höhe, und brennende Lava floß aus der Bocca des Vesuv herab, während des mehrere Kanonenschläge den Donner aus dem Innern des Berges nachahmten" (zit. nach Heidelbach 1909, S. 276; vgl. Schmid 1997, S. 121-139, hier S. 136). Selbst Strieder vermerkte über die Beleuchtung: "Daß während der Allerhöchsten Anwesenheit Ihrer Königln. Majestäten eine algemeine Jllumination vom Carlsberge herab bis zum großen Baßin und ein Feuerwerk auf dem sogenannten kleinen Winterkasten, welches die Eruption eines Vulcans vorstellte, veranstaltet worden sind, darf hier nicht übergangen werden [...]" (zit. nach Holtmeyer 1913, S. 87).
Text übernommen aus Katalog Kassel 1999/CD-Rom [FCS]
Literatur:
- Karl Paetow: Der Herkulesbau Wilhelmshöhe und seine Deutung. In: Heimat-Schollen 14, S. 15-22. 1934, S. 15.
- Herkules. Tugendheld und Herrscherideal. Das Herkules-Monument in Kassel-Wilhelmshöhe. Kassel - Eurasburg 1997, S. 157, Kat.Nr. Nr. 59, Abb. 100.
- Heinrich Christoph Jussow. 1754-1825. Ein hessischer Architekt des Klassizismus. Kassel 1999, S. 202, Kat.Nr. 66.
- Christiane Lukatis, Gerd Fenner und F. Carlo Schmid: H. C. Jussow (1754-1825). Ein hess. Architekt des Klassizismus. Kat. der Zeichnungen a. d. Besitz der Staatl. Museen Kassel, der Verwaltung der Staatl. Schlösser und Gärten Hessen & Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Kassel 1999.
Letzte Aktualisierung: 13.02.2026