1.84.5.3 - Kassel, Karlsaue, Pavillon auf der Schwaneninsel, Bauaufnahme, perspektivische Ansicht



1.84.5.3 - Kassel, Karlsaue, Pavillon auf der Schwaneninsel, Bauaufnahme, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: L GS 12064
Bezeichnung: Kassel, Karlsaue, Pavillon auf der Schwaneninsel, Bauaufnahme, perspektivische Ansicht
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt
Datierung: 1833
Geogr. Bezug: Kassel-Karlsaue
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, Pinsel, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN"
Maße: 32,4 x 40,5 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Die sorgfältig kolorierte Ansicht aus dem ehemaligen Klebeband des Kasseler Hofbaudirektors Ruhl präsentiert eine Ansicht der Schwaneninsel mit dem vergrößerten Pavillon. Im Frühjahr 1833 hatte Julius Eugen Ruhl einen Kostenvoranschlag im Hofmarschallamt eingereicht (vgl. Gröschel 2000, Anm. 94), der zum einen die Wiederherstellung und Einrichtung mit Fußboden und Glastüren vorsah und - alternativ dazu - "da jedoch durch Abholzung der Insel der Tempel nunmehr sehr in das Auge fällt", die Vergrößerung "durch Anbau vier kleinerer Portale" (StAM Best. 300 A 43, Nr. 8 Vol. 1). Kennzeichnend für Ruhls Umgestaltung sind die vier klassischen Portiken, die den Türen vorgelegt sind, ähnlich wie in dem Entwurf für einen "Tempel", den 1829 Friedrich Huth in seinem Werk über die Gartenkunst (Huth 1829, S. 174) vorgelegt hat. Die in Marb. Dep. 112 offenen Türöffnungen sind jetzt mit Sprossentüren geschlossen, deren lünettenförmiges Oberlicht durch das markante Motiv dreier ineinander verwobener Kreise geprägt ist. Auffällig ist die figürliche Ausbildung der Wetterfahne auf dem geschweiften Kuppeldach: eine mit Pfeil und Bogen ausgestattete Wassernixe, die in ihrer Ausgestaltung an die Drachen der Wetterfahnen chinoiser Pavillons erinnert.
Die gärtnerische Gestaltung der Umgebung zeigt allerdings Differenzen zu Hentzes Plan Marb. Dep. 111. Ein zentraler Weg führt hier vom Ufer zum Gebäude. Die seitlichen Rasenflächen werden von Postamenten mit bepflanzten Vasen und runden Blumenbeeten unterbrochen, die den natürlichen Charakter von Hentzes Pflanzung artifiziell umformen. In Ruhls Kostenvoranschlag sind dementsprechend "acht Vasen auf Postamenten, nach der Zeichnung aufzustellen" (StAM Best. 300 A 43, Nr. 8 Vol. 1) erwähnt. Während die Postamente noch heute bestehen, wurden der Weg und die Blumenbeete vermutlich nicht realisiert.
Stand: August 2007 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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