1.3.6.13 - Kassel, Chattenburg, Präsentationszeichnung der Längsfront zur Fulda hin, Aufriß



1.3.6.13 - Kassel, Chattenburg, Präsentationszeichnung der Längsfront zur Fulda hin, Aufriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. II, 135
Bezeichnung: Kassel, Chattenburg, Präsentationszeichnung der Längsfront zur Fulda hin, Aufriß
Künstler: Heinrich Christoph Jussow (1754 - 1825), Architekt
Datierung: 1816/17
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, hellrot und graubraun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J. WHATMAN / 1813"
Maße: 50,5 x 79,8 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Cass. Fuß"
Beschriftungen: oben mittig: "Aufriss der andern Seite des / Kurfürstlichen neuen Residenz-Schlosses / zu Cassel / nach der Fulda hin." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "e" (Feder in Schwarz)
unten rechts: "Jussow" (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Ebenso wie bei Marb. Dep. II, 134 handelt es sich bei der bisher unbekannten, in Grautönen lavierten Zeichnung um einen von Jussow signierten Präsentationsriß, der ursprünglich zu der Serie mit dem Deckblatt Marb. Dep. II, 143 gehörte. Der "Aufriss der andern Seite des / Kurfürstlichen neuen Residenz-Schlosses / zu Cassel / nach der Fulda hin" gibt die langgestreckte Seitenfassade des großen Baukomplexes wieder, welche 37 Fensterachsen umfaßte.
Im Zentrum steht der mit acht monumentalen Säulen in den beiden Obergeschossen ausgestattete Eingangsrisalit mit Dreiecksgiebel in der Flucht des vorderen Querflügels, der durch den kleinen Rundtempel über dem abgetreppten Dach markiert wird. Die Abfolge von ionischer Säulenstellung, Giebel, hoher Attika und Tholos findet sich in ähnlicher Gestalt bereits in Ledoux' Umbauprojekt für das Fridericianum in Kassel von 1776, das Jussow sicher bekannt war (vgl. Katalog Kassel 1999/1, S. 21). Jussow achtete in seinem Entwurf aber darauf, die in Ledoux' Entwurf signifikante Schwere der massiven Attika und des Rundtempels im Verhältnis zur Fassade durch die Vertikaltendenz in den Säulen der Risalite abzuschwächen.
Die Freitreppe vor dem Eingang, die von einer Balustrade mit Vasen flankiert wird, ist analog zu den Treppen vor den Eckpavillons in Marb. Dep. II, 134 gestaltet. Ohne Veränderung ist diese auch in den großformatigen Präsentationsriß im Hessischen Staatsarchiv Marburg (StAM P II 13.614/5; vgl. Katalog Kassel 1999/1, Abb. 90) übernommen worden. Die einzige Änderung zeigt sich in dem Verzicht auf das Zahnschnittgesims als Abschluß des Erdgeschosses, das in der letzten Planungsphase wegfiel.
Stand: Mai 2005 [UH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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