1.84.9.3 - Kassel, Karlsaue, Entwurf zur Menagerie, perspektivische Ansicht



1.84.9.3 - Kassel, Karlsaue, Entwurf zur Menagerie, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: L GS 13524
Bezeichnung: Kassel, Karlsaue, Entwurf zur Menagerie, perspektivische Ansicht
Künstler: Simon Louis Du Ry (1726 - 1799), Architekt
Datierung: um 1765
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Grau, aquarelliert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappen mit Lilie und "WR" in Ligatur und "C & I HONIG"
Maße: 16,7 x 47,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen:


Katalogtext:
Das bisher nicht identifizierte Blatt erweist sich als Entwurf von Simon Louis Du Ry für den halbkreisförmigen westlichen Abschluß der Menagerie am Rande des Aueparks von Kassel (vgl. den Stadtplan von Friedrich Wilhelm Selig von 1781 und den Lageplan von Simon Louis Du Ry von 1793, Marb. Dep. 254,5). Eine Umfassungsmauer mit einem einfachen Lattentor sowie eine arkadenförmig geschnittene Pflanzung, die an Vorlagen von Du Rys Lehrer Jacques-François Blondel erinnern (Blondel 1771-1777, Tafbd. III, Taf. IX zu Bd. IV), begrenzen das Gelände, dessen Mittelachse auf den Zugang orientiert ist. Zwei Böschungsstufen vermitteln zu dem tieferliegenden Innenbereich des Gartens. In symmetrischer Anordnung sind je zwei gleichförmige Bauten seitlich der Hauptachse plaziert. Zwei erinnern durch ihre Form zunächst an militärische Wachthäuschen (Corps du Garde), sind aufgrund der angegebenen Vergitterung aber eher als Vogelvolieren zu verstehen. Die beiden anderen Gebäude mit Freitreppen und dreiachsiger Hauptfront sollten noch in dem Halbkreis zu stehen kommen und sind deshalb schräg zur Mittelachse des Gartens gestellt. Allen vier Architekturen ist die Form der Dächer gemeinsam, die mit ihren leicht geschwungenen Umrissen an die bei Menagerien des 18. Jahrhunderts beliebten Chinoiserien erinnern, ohne dies Motiv dominant werden zu lassen.
Das Blatt wurde bereits von Hallo Simon Louis Du Ry zugeschrieben, woran angesichts der charakteristischen Zeichenweise, die eher flüchtig und unpräzise wirkt, kein Zweifel bestehen kann (Hallo 1930/2, S. 73f.). Allerdings bezieht sich der Entwurf nicht auf die Menagerie von Wilhelmsthal, wie es Hallo für möglich gehalten hatte.
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
Hallo 1930/2, S. 73f., 81, Abb. 23


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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