1.64.12.25 - Kassel, "Haus Ruhl", Entwurf, Aufriß



1.64.12.25 - Kassel, "Haus Ruhl", Entwurf, Aufriß


Inventar Nr.: L GS 13636
Bezeichnung: Kassel, "Haus Ruhl", Entwurf, Aufriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt
Datierung: 1841/42
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Blau
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN"
Maße: 32,5 x 49,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: unten mittig: "Facade an der Strase" (Feder in Braun)
unten rechts: "R." (Feder in Braun)


Katalogtext:
Das von Ruhl signierte Blatt zeigt den Aufriß der Hauptfassade des geplanten Mietshauses am Ständeplatz entsprechend dem Grundriß L GS 13876. Durch die Zweiteilung des Hauses in separate Wohneinheiten mit eigenen Eingängen ergab sich eine veränderte Gliederung der Fassade. Die vertikale Akzentuierung der dreieinhalbgeschossigen Fassade erfolgt durch die schon von den früheren Entwürfen bekannten Lisenen, drei in der Mitte und zwei an den Seiten, die hier vom Erdgeschoß bis zum Dach durchgehen, unterbrochen nur durch das breite Gurtgesims über dem Erdgeschoß und das schmale Gesimsband über dem dritten Geschoß. Die achsensymmetrisch angeordneten Portale werden in der Beletage durch dekorativ bekrönte Fenstertüren mit gußeisernen Geländern betont. Der ehedem geräumige Dacherker (vgl. L GS 13634) ist hier reduziert auf zwei kleine Gauben in der Achse der Eingänge. Die sämtliche Entwürfe prägenden profilierten Rundbogenfenster erscheinen auch in diesem Entwurf, allerdings beschränkt auf die drei Vollgeschosse. Beibehalten ist auch die Rustizierung des Erdgeschosses, in diesem Fall mit Bandrustika. Dagegen verzichtete Ruhl aber auf die mittelalterlichen Dekorationsmotive der früheren Entwürfe (vgl. L GS 13634 u. L GS 13648), die Zinnenbekrönung der Fenstertüren und den Maßwerkfries am Kranzgesims. Ein neues Dekorationsmotiv stellen die rhythmisch über die Fassade verteilten, schlichten Medaillons über den Fenstern dar, die in L GS 13882 zunächst nur am Seitenflügel eingesetzt waren.
Die schlichtere Ausgestaltung der Fassade korrespondiert mit der am Grundriß (L GS 13876) festgestellten Veränderung des Zuschnitts der Wohnungen auf eine eher kleinbürgerliche Klientel.
Stand: August 2007 [UH]


Literatur:
Lohr 1984, S. 144ff.


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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