1.5.4.1 - Kassel, Weißes Palais, Beletage, Wohn- und Arbeitszimmer, Vorentwurf für die Deckengestaltung



1.5.4.1 - Kassel, Weißes Palais, Beletage, Wohn- und Arbeitszimmer, Vorentwurf für die Deckengestaltung


Inventar Nr.: L GS 13730
Bezeichnung: Kassel, Weißes Palais, Beletage, Wohn- und Arbeitszimmer, Vorentwurf für die Deckengestaltung
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt
Datierung: 1845
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 26,4 x 41,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fuss"
Beschriftungen: unten mittig: "Fries" (Graphit)


Katalogtext:
Durch Zusammenlegung des zweiachsigen Wohnzimmers mit dem anstoßenden Eckkabinett entstand 1824 noch unter Kurfürst Wilhelm II. ein vergrößerter Arbeitsraum, der von zwei Säulen und einem auflagernden Unterzug unterteilt wurde. Zimmermeister Georg Adam Koch, der Bildhauer Carl Bussler sowie der Stukkateur Johann Gottlieb Müller waren an diesen Umbaumaßnahmen beteiligt (Bidlingmaier 2000, S. 137f.).
Im Jahr 1845 wurden die beiden Deckenfelder neu gestaltet, da die Tünche inzwischen schadhaft war. Kurprinz Friedrich Wilhelm beauftragte Hofbaudirektor Julius Eugen Ruhl mit der Planung, wobei zunächst der Umfang der Maßnahme zu klären war (Kurprinz Friedrich Wilhelm fragte: "ob der Plafond wirklich gemalt, oder nur durch Schablonen angestrichen werden soll", StAM Best. 300, Abt. 11, A 41, Nr. 1, u. Best. 7b 1, Nr. 168, zit. nach Bidlingmaier 2000, S. 138). In dem achten Klebeband von Ruhl haben sich zwei Vorentwürfe erhalten, die er stilistisch ähnlich anlegte und von denen er den hier vorliegenden weiter bearbeitete.
Die beiden ungleichen Deckenfelder zeigen ein achsensymmetrisches Ornament, das sich aus Arabesken und Mauresken sowie naturalistischen Blumendarstellungen in unterschiedlicher Farbigkeit zusammensetzt. Die Mittelrosette wird von einem Bandornament umschlungen, dessen Einzelteile auf die Ecken des Deckenfeldes ausgerichtet ist, die wiederum mit einer Arabeske aufgefüllt sind. Blumenbüschel in naturalistischer Manier befinden sich in den Zwischenräumen des mauresken Bandornaments. Diese Gestaltungselemente finden sich auch in anderen Deckenentwürfen von Ruhl wieder, wie z. B. in einigen seiner Planzeichnungen für die Kaserne in Hanau.
Wie eine historische Aufnahme des größeren Raumabschnitts verdeutlicht (s. bei Bidlingmaier 2000, Abb. S. 139), ist die Grundstruktur des Vorentwurfs auch beibehalten worden. Ruhl variierte den Ausführungsentwurf nur in den Details, indem er die drei Ornamentbestandteile in Form und Farbigkeit leicht abwandelte. Im vorliegenden Entwurf ist das schmale Deckenfeld im Bereich des ehemaligen Eckkabinetts in den zentralen Motiven auf das Nachbarfeld gezogen. In gleicher Weise wird Ruhl auch bei dem Ausführungsentwurf vorgegangen sein. Die Umsetzung des Entwurfs lag in den Händen des Weißbinders Heinrich Becker, der die Vorgaben in Leimfarbe auf die neu getünchte Decke aufbrachte (Bidlingmaier 2000, S. 139).
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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