2.3.1.3 - Kassel, Schloß Weißenstein, Entwurf für zwei Balkone am Uraniatempel, Grund- und Aufriß



2.3.1.3 - Kassel, Schloß Weißenstein, Entwurf für zwei Balkone am Uraniatempel, Grund- und Aufriß


Inventar Nr.: L GS 13815
Bezeichnung: Kassel, Schloß Weißenstein, Entwurf für zwei Balkone am Uraniatempel, Grund- und Aufriß
Künstler: unbekannt
Datierung: 1770-1786
Geogr. Bezug: Kassel-Wilhelmshöhe
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, rosa und grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappen mit Lilie
Maße: 43,8 x 31,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fuß"
Beschriftungen:


Katalogtext:
Der kleine Bau (auf der Grundfläche von 12 x 12 Fuß) ist als Ecktürmchen in der Art eines militärischen Wacht- oder Beobachtungshäuschens (Corps du Garde, Echauguette) konzipiert, wie sie beim neuzeitlichen Festungsbau auf den Spitzen von Bastionen üblich waren. Die Planung von breiten Türen, die auf zwei kleine Balkone mit Geländern führen, läßt jedoch nicht auf eine militärische Zweckbestimmung schließen. Die Wachttürmchen hatten aus Sicherheitsgründen lediglich mehrere kleine Beobachtungsöffnungen zur Überwachung des Vorgeländes. Außerdem besaßen sie zur besseren Rundumsicht meist einen runden oder polygonalen Grundriß. Die durch die graue Lavierung als Bestand gekennzeichneten Brüstungsmauern treffen zudem im rechten Winkel zusammen, weisen also nicht die für Bastionen charakteristische Spitzwinkligkeit auf. Demnach dürfte es sich bei diesem Projekt um die Planung für einen Aussichtspunkt in einem anderen Zusammenhang handeln. Die Rahmung der drei Öffnungen und der sorgfältig geplante Bodenbelag mit geschnittenen Platten deuten auf ein repräsentatives bauliches Umfeld wie eine Schloß- oder Gartenanlage hin.
Tatsächlich läßt sich mit dem "Uraniatempel" an der Südostecke des südlich des alten Schlosses Weißenstein gelegenen Gartens ein Bau benennen, dessen Gestalt sich mit den Angaben der vorliegenden Zeichnung in Einklang bringen läßt (Holtmeyer 1910, S. 281, Taf. 131; vgl. auch die Zeichnung in Potsdam, SPSG, Plankammer, Bestand Kassel XIV, Nr. 53/7/13; Abb. bei Holtmeyer 1913, S. XXVII). Die Zeichnung könnte im Zusammenhang mit einer geplanten, ausweislich der älteren Darstellungen jedoch nicht realisierten Baumaßnahme entstanden sein, in der vor den Fenstertüren zwei kleine Plattformen plaziert werden sollten. Da sich die in der Zeichnung eingetragenen Maße auf die drei gleich breiten Türen und die beiden Balkone, die aus je einer kräftigen profilierten Platte auf drei Kragsteinen bestehen, beziehen, könnte das Blatt vor allem zur Darstellung der notwendigen Steinmetzarbeiten entstanden sein.
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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