1.64.12.12 - Kassel, "Haus Ruhl", Entwurf zur Seitenfassade, Aufriß



1.64.12.12 - Kassel, "Haus Ruhl", Entwurf zur Seitenfassade, Aufriß


Inventar Nr.: L GS 13882
Bezeichnung: Kassel, "Haus Ruhl", Entwurf zur Seitenfassade, Aufriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Architekt
Datierung: um 1838
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 46 x 54 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben links: "20" (Farbstift in Blau)


Katalogtext:
Die unvollendete Zeichnung präsentiert eine weitere Variante zur Gestaltung der Seitenfassade des von Ruhl geplanten Hauses am Ständeplatz. Gezeigt ist die gesamte dem Ständehaus zugewandte Fassade von Vorderhaus und Flügelbau einschließlich einer skizzenhaften Andeutung des anschließenden Laubengangs. Die grundsätzliche Fassadendisposition ist beibehalten, verändert hat sich allein das Dekor, das jetzt ohne die altertümlich anmutenden Elemente auskommt. Die Rundbogenfenster werden im Erdgeschoß abgelöst durch Fenster mit flachen Stichbögen, die in eine durchgehende Bandrustika eingebunden sind. Die Obergeschosse des Vorderbaus werden jetzt gegliedert durch drei die oberen Geschosse verklammernden Lisenen mit abgesetztem Spiegel, deren Vertikaltendenz im dreiachsigen Mittelteil durch ähnlich proportionierte Fensterbrüstungen bzw. Gesimse gebremst wird. Die deutlich erkennbaren Graphiteinzeichnungen lassen erkennen, daß Ruhl zudem durchgehende schmale Gesimsbänder am Fuß und am Bogenansatz der Fenster erwog, wodurch ein straffes Horizontal-Vertikal-System entstanden wäre. Die Fassade des Seitenflügels zeigt im Obergeschoß als zusätzlichen Dekor Medaillons über den Fenstern, wie sie auch in L GS 13856 zu sehen sind, allerdings sind sie hier in den Fries des Kranzgesimses integriert.
Die die Entwürfe zum "Haus Ruhl" von Anfang an bestimmenden Rundbogenfenster sind hier andeutungsweise in Arkadenfenster mit Überfangbogen in der Art italienischer Palazzi verwandelt. Diese hätten den Charakter des Gebäudes allerdings wesentlich verändert. Da die Zeichnung nicht vollendet wurde, kann man vermuten, daß Ruhl diese Variante noch während der Entstehung verwarf. Einzelne Elemente (Bandrustika, Medaillons, Lisenen) wurden aber in späteren Entwürfen wieder aufgegriffen.
Ähnlich wie L GS 13856 kann man diesen Entwurf in die erste Planungsphase um 1837 datieren.
Stand: August 2007 [UH]


Literatur:
Lohr 1984, S. 144ff.


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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