1.61.8.5 - Kassel, Palais Schaumburg, siebtes Projekt im Stil der 'castellated gothic', unvollendeter Vorentwurf zur Hauptfassade, Aufriß



1.61.8.5 - Kassel, Palais Schaumburg, siebtes Projekt im Stil der 'castellated gothic', unvollendeter Vorentwurf zur Hauptfassade, Aufriß


Inventar Nr.: L GS 13893
Bezeichnung: Kassel, Palais Schaumburg, siebtes Projekt im Stil der 'castellated gothic', unvollendeter Vorentwurf zur Hauptfassade, Aufriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Zeichner, Entwurf
Datierung: 1842
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / TURKEY MILL / 1835"
Maße: 30,2 x 35,6 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Im Unterschied zu den vorausgegangenen Projektserien entwarf Ruhl sein siebtes Projekt im Stil der Neogotik, wobei die stilbildenden Elemente allerdings auf dekorative Details am Außenbau beschränkt bleiben. Für die Grundrißgestaltung verwendete er den bereits bekannten Formenkanon. Erneut ging Ruhl von einer achsensymmetrischen Grundfläche aus, deren U-förmige Struktur durch seitlich vorkragende Räume aufgebrochen wird. Zur Erschließung ist dem Bau, ebenfalls in bewährter Manier, eine Rampe mit einer zweiläufigen, rundbogigen Treppenanlage vorgesetzt. Indem Ruhl einen heterogenen Bau mit unterschiedlichen Traufhöhen gestaltete, entsprach er der Vorstellung von einer malerischen Unterschiedlichkeit der Bauteile, die sich mit dem neogotischen Stil verbanden. Die Fassaden prägen Horizontalgesimse, die in geschoßtrennender Funktion als Gurtgesims und als abschließendes Zinnengesims, unter dem sich der Ansatz des flachen Walmdachs verbirgt, auftreten. Dreivierteldienste mit erhöhter Endung akzentuieren die Ecken des Gebäudes und der einzelnen Bauteile. Neben der Zinnenbekrönung machen vor allem die Fenster das neogotische Erscheinungsbild aus. Sie weisen Tudorbögen auf und werden in der Beletage durch eine Stabverwerkverblendung in den Brüstungsfeldern sowie in den Zwickelzonen bis zum Gurtgesims akzentuiert. Während in den seitlichen Fassadenbereichen dreiteilige Fenster mit einer zinnenbekrönten Rechteckrahmung ausgeführt sind, werden die über dem dreiteiligen Eingang gelegenen Fenster oberhalb des geschoßtrennenden Gurtgesimses zusätzlich von einer Maßwerkbrüstung überhöht.
Die vorliegende Zeichnung geht einem zum Bestand des Hessischen Staatsarchivs Marburg gehörenden Blatt (StAM P II 17419/10) voraus. Verschiedene Details, die hier in Graphit vorskizziert sind, wie die Freitreppenanlage, das abschließende Zinnengesims und die Stabwerkverblendung, wurden dort in schwarzer Feder ausgeführt. Eine Abweichung von dem Marburger Entwurf besteht bei den Eckvorlagen. Offensichtlich dachte Ruhl über eine weitere Erhöhung aller Endstücke nach, beschränkte sich dann aber auf die zentrale Bekrönung, die nicht Teil einer Eckvorlage ist, sondern hier nur versatzstückhaft verwendet wird.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Lohr 1984, S. 129 m. Abb. 55


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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