1.5.4.4 - Kassel, Weißes Palais, Beletage, Roter Saal (?), Entwurf für eine Ofenummantelung, Ansicht



1.5.4.4 - Kassel, Weißes Palais, Beletage, Roter Saal (?), Entwurf für eine Ofenummantelung, Ansicht


Inventar Nr.: L GS 13905
Bezeichnung: Kassel, Weißes Palais, Beletage, Roter Saal (?), Entwurf für eine Ofenummantelung, Ansicht
Künstler: Johann Conrad Bromeis (1788 - 1855), Architekt, Entwurf
Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Zeichner, Ausführung
Datierung: 29.01.1842
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, koloriert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / TURKEY MILL 1835"
Maße: 42,6 x 27,2 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit Fuß
Beschriftungen: unten mittig: "Entwurf zur Fertigung 2er Ofenmäntel in den rothen Saal." (Feder in Schwarz)
unten mittig: "29/1 42." (Feder in Schwarz)
verso: "Wahrscheinlich Bromeis. Weißes Palais. / Der Ofenummantelungsentwurf von J. E. Ruhl. Daher / ist die Klappe." (Graphit)


Katalogtext:
Die Besonderheit dieses Blattes besteht in der aufgebrachten Klappe, die hier nicht als Alternativlösung fungiert, sondern quasi einen Vorher-Nachher-Effekt veranschaulicht. Unter der braun lavierten Ofendarstellung befindet sich die Federzeichnung eines weiteren Ofens, worunter der Titel der Zeichnung "Entwurf zu Fertigung 2er Ofenmäntel in den rothen Saal" zu lesen ist.
Der rote Saal war der ursprüngliche Festsaal des Residenzpalais, der sich hinter dem Balkon des Mittelrisalits über drei Achsen erstreckte. Bis zum Umbau 1815 besaß der Raum in den Ecken der Rückwand je eine halbrunde, für Öfen vorgesehene Nische, die jedoch entfernt und durch zwei Zylinderöfen aus Gußeisen mit vergoldeten Sockeln und Aufsätzen ersetzt wurden. Diese Aufsätze stellten weißgestrichene tönerne Figuren in Gestalt einer Minerva oder Ceres dar (Bidlingmaier 2000, S. 143). Diese Beschreibung läßt sich mit der unteren Darstellung in Verbindung bringen. Hier wird ein zylindrischer Ofen abgebildet, der einen architektonischen Aufbau aus Sockel, Schaft, einem Friesrelief in Form von Rosetten und Medaillonköpfen sowie einem Abschlußprofil im klassizistischen Stil zeigt. Der Aufsatz in Gestalt einer antikisierenden Frauenfigur sollte so auch erhalten bleiben. Die wohl aus Eisen zu fertigende Ummantelung im Stil der Neorenaissance ist auf polygonaler Grundfläche angelegt, wobei die Ecken durch Säulen mit gedrehten Schäften akzentuiert werden. Die Befeuerung erfolgte über eine oberhalb des Sockels plazierte Feuerungstür, die sich auf gleicher Höhe mit der des darunter liegenden Ofens befindet. Für die direkte Wärmeabgabe waren durchbrochen gearbeitete Schmuckfelder vorgesehen.
Offensichtlich war beabsichtigt, die zu Beginn der 1840er Jahre unmodernen klassizistischen Zylinderöfen durch die Ummantelung dem Zeitgeschmack anzupassen. Der Entwurf wurde allerdings nicht ausgeführt. Bei einem erneuten Umbau im Jahr 1861 sind die Zylinderöfen dann durch rechteckige Porzellanöfen in Neorenaissance-Formen ersetzt worden (Bidlingmaier 2000, S. 144f. u. Abb. S. 143).
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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