3.28.2.29 - Frankenberg, Liebfrauenkirche, Bauaufnahme, Aufriß der Westseite



3.28.2.29 - Frankenberg, Liebfrauenkirche, Bauaufnahme, Aufriß der Westseite


Inventar Nr.: L GS 7910
Bezeichnung: Frankenberg, Liebfrauenkirche, Bauaufnahme, Aufriß der Westseite
Künstler: Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Zeichner
Datierung: 1866
Geogr. Bezug: Frankenberg
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 43 x 29,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: zwei bezifferte Maßstäbe mit Maßeinheit "Casseler Fuß." und Meter (korrigiert)
Beschriftungen: oben rechts: "III." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "Gezeichnet von H. v. Dehn-Rotfelser. August 1866." (Feder in Schwarz)
unten links: "Nach Aufnahmen von F. Hoffmann und A. Schuchard." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "Kirche zu Frankenberg. / Aufriß der Westseite." (Feder in Schwarz)
verso: "V / F. / F c 6" (Graphit)


Katalogtext:
Statt einer Doppelturmfornt in Anlehnung an das Marburger Vorbild wurde in Frankenberg ein eingestellter, von zwei Seitenschiffjochen eingefaßter Westturm errichtet, der im Mittelalter nicht vollendet werden konnte. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das obere Geschoß mit der Helmbekrönung nach einem Entwurf von Georg Gottlob Ungewitter errichtet.
Den nur wenig vorkragenden viergeschossigen Turm gliedern leicht vortretende Eckstrebepfeiler, die sich erst im zweiten Geschoß aus der Mauer der unteren Halle entwickeln und in vier massive, zwischen vier Giebeln aufsteigende Eckfialen auslaufen. Der Anschluß zum Giebelgeschoß wird von einer Maßwerkbrüstung gebildet. Die einzelnen Geschosse sind mit hohen spitzbogigen Maßwerkfenstern besetzt, von denen einige im 19. Jahrhundert vermauert waren. Ein von Fialen gerahmtes und von einem reich gegliederten Wimperg bekröntes Portal bildet den westlichen Zugang.
Auf der Grundlage einer Bauaufnahme von F. Hoffmann und August Schuchard zeichnete Dehn-Rotfelser im August 1866 den vorliegenden Aufriß der Westseite. Dabei legte er eine Darstellung vor, die sich so deutlich am Entwurf von Ungewitter orientiert, daß ihre Entstehung kaum ohne die Kenntnis des Projektplans (StAM P II 7407/5) möglich erscheint. Dehn-Rotfelser begründete seine vom Baubestand abweichende Darstellung mit der Absicht, das ursprünglich mittelalterliche Erscheinungsbild zu rekonstruieren (Dehn-Rotfelser 1882, S. 4).
"[...] auf der Westseite befindet sich nur ein Thurm, der leider nicht mehr mit seinem ursprünglichen aus Holz construirten schlanken Helmdache versehen ist, sondern an dessen Stelle im 17. Jahrhundert eine hässliche und stylwidrige Bedachung erhalten hat. [...] Statt des jetzigen hässlichen Thurmdaches ist auf den beigegebenen Blättern der schlanke gezimmerte Helm dargestellt, wie ihn der Thurm vor dem grossen Brande gehabt hat, und wie er hoffentlich bei der noch rückständig gebliebenen Restaurierung des Thurmes wieder zur Ausführung kommen wird" (Dehn-Rotfelser 1882, S. 4 u. 6).
Obwohl Dehn-Rotfelser für die Publikation dann die Darstellung der Kirchenwestseite von Fritz Köberlein verwendete, war sein hier vorliegender Aufriß hinsichtlich der Turmgestalt wohl vorbildhaft.
Charakteristisch für die vorliegende und die drei weiteren, von Dehn-Rotfelser gezeichneten Darstellungen (s. a. L GS 7911 - L GS 7913) sind die exakte Lineatur und die reichen, freihändig ausgeführten Schraffuren, die die verschatteten Mauerbereiche kennzeichnen und der Mauerfläche zudem Plastizität verleihen. Für die Publikation wurde die Darstellung vermutlich mit einem Transparentpapier abgenommen und mittels Durchzeichnen auf die Druckplatte gebracht.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Dehn-Rotfelser 1882, S. IV, 4 u. Taf. III


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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