3.28.2.30 - Frankenberg, Liebfrauenkirche, Bauaufnahme, Aufriß der Südseite



3.28.2.30 - Frankenberg, Liebfrauenkirche, Bauaufnahme, Aufriß der Südseite


Inventar Nr.: L GS 7912
Bezeichnung: Frankenberg, Liebfrauenkirche, Bauaufnahme, Aufriß der Südseite
Künstler: Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Zeichner
Datierung: 1866
Geogr. Bezug: Frankenberg
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 29,5 x 43,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: zwei bezifferte Maßstäbe mit Maßeinheit "Casseler Fuß." und "Meter"
Beschriftungen: oben mittig: "Kirche zu Frankenberg. / Südseite." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "Gezeichnet von H. v. Dehn-Rotfelser. / Okt. 1866." (Feder in Schwarz)
oben rechts: "IV." (Feder in Schwarz)
unten links: "Nach Aufnahmen von F. Hoffmann und A. Schuchard." (Feder in Schwarz)
unten links: "Nach Aufnahmen von F. Hoffmann und A. Schuchard." (Feder in Schwarz) "V / F. / F 6 c "


Katalogtext:
Der Aufriß der Südseite gehört zu dem Zeichnungskonvolut, das zusammen mit drei weiteren Darstellungen (L GS 7910 - L GS 7913) noch 1866 von Dehn-Rotfelser auf der Grundlage einer Bauaufnahme von Friedrich Hoffmann und August Schuchard angefertigt worden ist. Sie zeigt die repräsentative Südseite der Kirche mit der Marienkapelle, die Ende des 14. Jahrhunderts an den südlichen Querhausarm angebaut wurde.
Ursprünglich war wohl in Anlehnung an die Marburger Elisabethkirche eine regelmäßige Dreikonchenanlage mit gleichen Armen für Chor und Querschiff geplant. Nach einer Planänderung entstand dann der langgestreckte, dreijochige Chor mit dem Apsidenabschluß. Daran setzt ein tiefer gelegenes Langhaus mit dem Querschiff und dem sechsjochigem Langhaus mit dem eingestellten Westturm an.
Ein einheitliches, mit Dachgauben besetztes Satteldach erstreckt sich über Mittel- und Seitenschiffe. Bemerkenswerterweise bildete Dehn-Rotfelser mit dieser Darstellung einen Zustand ab, der seit 1864 nicht mehr bestand. Über dem Langhaus wurde ein neues Dach errichtet, das die seit dem Stadtbrand von 1478 bestehende Konstruktion ersetzten sollte. Statt eines einheitlichen Satteldachs wurde bis 1868 eine dreiteilige Dachform ausgeführt, die die alte Konstruktion auf das Mittelschiff begrenzte. Über den Seitenschiffjochen entstanden - vergleichbar mit der Marburger Elisabethkirche - quer gestellte Walmdächer. Aus welchem Grund Dehn-Rotfelser den alten Zustand bevorzugte, ist nicht hinlänglich geklärt, zumal er selbst die neue Dachform als die ursprüngliche ansah.
Die präzise, feine Federführung ist auf die Verwendung der Zeichnung für eine Publikation hin ausgelegt. Die Plastizität vermittelnden Verschattungen erreichte Dehn-Rotfelser durch eine entsprechende Schraffur, die sich auf die Druckvorlage gut übertragen ließ. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Kreuzbekrönung auf der Marienkapelle, die sich als Schattenwurf in abgewinkelter Form auf dem Chordach abbildet.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Dehn-Rotfelser 1882, S. IV u. Taf. IV


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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