3.28.2.35 - Frankenberg, Liebfrauenkirche, Vorlage für eine Reproduktion, Ansicht von Südosten
3.28.2.35 - Frankenberg, Liebfrauenkirche, Vorlage für eine Reproduktion, Ansicht von Südosten
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| Inventar Nr.:
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L GS 7914 |
| Bezeichnung:
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Frankenberg, Liebfrauenkirche, Vorlage für eine Reproduktion, Ansicht von Südosten |
| Künstler:
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Fritz Köberlein (tätig um 1880), Zeichner/-in
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| Datierung:
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1880 |
| Geogr. Bezug:
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Frankenberg (Eder) |
| Technik:
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Graphit, Feder in Schwarz |
| Träger:
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Papier |
| Wasserzeichen:
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| Maße:
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42,8 x 29,2 cm (Blattmaß)
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| Maßstab:
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| Beschriftungen:
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unten mittig: "Kirche zu Frankenberg." (mit Feder in Schwarz); unten rechts: "Gezeichnet von Fritz Köberlein." (mit Feder in Schwarz); oben rechts: "VIII." (mit Feder in Schwarz); unten rechts in der Darstellung: "1880" (mit Feder in Schwarz); verso: "V / F. / F 6 c " (mit Graphit);
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Katalogtext:
Ebenso wie Eduard Ihlée (s. GS 12089) fertigte auch Fritz Köberlein eine Ansicht vom südöstlichen Bereich der Kirche an. Auch er inszenierte seine Darstellung und fügte eine Staffagefigur in 'altdeutscher' Tracht in das Bild ein, die eine Steintreppe herabschreitet. Allerdings ist die Treppe erheblich breiter als bei Ihlée, und sie vermittelt ebensowenig wie die Umfassungsmauer den dort präsentierten verfallenen Eindruck, sondern ist in solider Bauweise ausgeführt. Diese Abweichung in der Darstellung kann auf eine inzwischen erfolgte Bausanierung zurückgeführt werden. Die Archivalien geben Auskunft über die schadhafte Kirchhofmauer, deren Wiederherstellung das kurfürstliche Kreisamt im März 1841 erbat (StAM Best. 190a Frankenberg, Nr. 63, 21.3.1841; 20 Jahre später bestand dringender Handlungsbedarf, da die Mauer offensichtlich vom Einsturz bedroht war: StAM Best. 190a Frankenberg Nr. 64, 28.12.1868). Der wesentliche Unterschied zwischen den Zeichnungen besteht jedoch in der perspektivischen Darstellung des Motivs. Während Ihlée einen tiefer gelegenen Standort des Betrachters wählte und den Blick nach Südosten auf das Südmauerwerk von Chor und Kapelle lenkte, steht in Köberleins Darstellung die Marienkapelle ganz klar im Mittelpunkt. Der Blick des Betrachters ist nach Westen gewandt, so daß die Kapelle mit ihrem bemerkenswerten Ostportal und der Verbindung zum Langhaus sichtbar wird. Vom Chor ist bei dieser Perspektive nur ein angeschnittener Teil zu sehen, der von den Strebepfeilern dominiert wird.
Stand: August 2007 [MH]
Literatur:
- Heinrich von Dehn-Rotfelser: Die Pfarrkirche und die Marienkapelle zu Frankenberg (Mittelalterliche Baudenkmaeler im Regierungsbezirk Cassel 1). Kassel 1882, S. IV, Kat.Nr. Taf. VIII.
Letzte Aktualisierung: 10.02.2026