4.61.1.1 - Rheinfels, Bauaufnahme der Festung und ihrer Umgebung, Lageplan



4.61.1.1 - Rheinfels, Bauaufnahme der Festung und ihrer Umgebung, Lageplan


Inventar Nr.: L GS 8286
Bezeichnung: Rheinfels, Bauaufnahme der Festung und ihrer Umgebung, Lageplan
Künstler: unbekannt
Datierung: um 1692
Geogr. Bezug: Rheinfels
Technik: Feder in Grau, Braun und Rot, grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über gespaltenem Wappenschild mit Lilie und [unkenntlich], darunter "SH" oder "IHS"
Maße: 39,9 x 51,6 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben mittig: "PLAN / de L'Attaque de RHEIN / FELS Anno 1692 / le mois de Decembre / [...] (unleserliche Initialen)" (Feder in Braun)
oben links: Benennung der Bauten und Örtlichkeiten mit den Buchstaben A bis R (Feder in Braun)
in der Darstellung: Benennung der Bauten und Örtlichkeiten (Feder in Braun)
verso: "29 Kartenwerk (?)"] (Feder in Schwarz)
verso: "Umschl. R" (Graphit)
verso: "VI R", "Q" (Buntsift in Rot und Graphit)


Katalogtext:
Im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges belagerten im Dezember 1692 starke französische Truppeneinheiten die linksrheinische hessische Festung Rheinfels. Trotz schwerer Schäden durch die Beschießung sowie eines Sturmangriffs gelang es der hessischen Besatzung, sich zu behaupten, so daß die Franzosen am 2. Januar 1693 wieder abziehen mußten (Stamford 1901; Philippi 1976, S. 177). Dieses Ereignis wurde in der Landgrafschaft Hessen als besonderer militärischer Erfolg angesehen und entsprechend durch eine Medaillenprägung und die Errichtung eines Gedächtnismonuments in der Marburger Elisabethkirche gewürdigt und herausgestellt (Weinmeister 1903; Philippi 1976, S. 178; Katalog Kassel 1997/1, S. 83f.).
Die Planskizze gibt die Topographie und die militärischen Anlagen schematisch und völlig unmaßstäblich wieder, ist aber, wie der Vergleich mit einer im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrten Karte (Nachzeichnung bei Stamford 1901) zeigt, in den wesentlichen Details korrekt. So stimmen bei der Kernburg weder die Größe noch der Umriß mit der Realität überein; diese sind aber bei den moderneren Festungswerken, wenn auch falsch proportioniert, zutreffend. Die Eintragung befestigungstechnischer Details wie der Palisaden oder der Positionen der französischen und der hessischen Batterien in den Gräben und im Gelände beiderseits des Rheins lassen auf gute Kenntnisse der Örtlichkeiten und des Belagerungsverlaufs schließen. In der Legende sind zusätzlich die durch den Beschuß verursachten Schäden an den Festungswerken vermerkt. Möglicherweise ist der Zeichner des Plans in den Reihen der an den Kampfhandlungen beteiligten Militärs zu suchen, aufgrund der unzureichenden Darstellungsweise jedoch nicht im Ingenieurkorps. Da die Legende in deutscher Sprache verfaßt ist und dabei der in Hessen gebräuchliche Begriff "Scheuer" für Scheune erscheint (Buchstabe G), ist an einen hessischen Planverfasser zu denken, dessen im Titel erscheinende Initialen allerdings bisher nicht entschlüsselt werden konnten.
Die um dekorative Wirkung bemühte Rahmung des französischen Titels in der Mitte des oberen Blattrandes und die sorgfältige Einfassung der Skizze wie auch der Legende mit dreifachen Linien zeigen, daß der Zeichnung ein gewisser Stellenwert beigemessen wurde.
Stand: September 2004 [GF]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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