1.84.1.4 - Kassel, Karlsaue, Bestandsaufnahme zur Umgestaltung, Plan



1.84.1.4 - Kassel, Karlsaue, Bestandsaufnahme zur Umgestaltung, Plan


Inventar Nr.: Marb. Dep. 254,4
Bezeichnung: Kassel, Karlsaue, Bestandsaufnahme zur Umgestaltung, Plan
Künstler: Johann Heinrich Hartdegen (1760 - 1788), Zeichner
Datierung: 1787
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Feder in Schwarz, grün, blau und rot laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "C & I HONIG"
Maße: 64,8 x 101,4 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab mit Maßeinheit "Fuß"
Beschriftungen: oben rechts: "2" (Feder in Schwarz)
unten rechts: "Hartdegen 1787" (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Der vom Bauakzessisten Johann Heinrich Hartdegen mit der Jahreszahl 1787 signierte Plan, Blatt 2 des Klebebands "Plans von Fürstlichen Gärten in Hessen" (zum Klebeband vgl. den Einleitungstext "Orte in Hessen, Hanau, Gartenanlagen"), präsentiert den fächerförmig sich ausbreitenden größeren Gartenteil der Karlsaue südlich des Bowlinggreen in der aus den zeitgenössischen Stadtplänen bekannten charakteristischen äußeren Gestalt mit drei halbkreisförmigen Ausbuchtungen am breiten Ende und dem an der Mittelachse liegenden trapezförmigen Bassin, das die Halbkreisform in seiner Kontur mehrfach aufgreift. Zudem liegt diesem Entwurf das alte Wegenetz auf der Grundlage der sich auffächernden Alleen zugrunde, das allerdings stellenweise aufgelöst oder zumindest gebrochen und durch waldige Pflanzungen geschickt überspielt wird. Ausgenommen von den Veränderungen ist allein die Fasanerie in dem südlichen halbkreisförmig ausschwingenden Gartenteil, der durch mehrere Gebäude deutlich vom übrigen Garten abgetrennt ist. Waldartige Pflanzungen in verschiedenen Grüntönen überziehen das früher streng geometrisch gegliederte Gartenkompartiment mit dem Heckentheater südlich des großen Bassins. Das achsensymmetrische Pendant auf der nördlichen Seite - die Kaskade - ist nicht mehr wiedergegeben, vielmehr zeigt Hartdegen an dieser Stelle eine große Rasenfläche mit unregelmäßig verteilten Baumpflanzungen und einem einzigen gewundenen Weg. Im östlichen Gartenteil sind die Linien der alten Alleen zumindest in den akkuraten Baumreihen beibehalten, unregelmäßige Waldflächen sorgen aber auch hier für Belebung und "natürliche" Akzente, wie sie von Hirschfeld in seiner "Theorie der Gartenkunst" gefordert werden.
Der Plan steht im Zusammenhang mit den Bestrebungen Landgraf Wilhelms IX., den Auegarten im Sinne eines modernen englischen Landschaftsparks umzugestalten. Die alte barocke Gliederung, die von den geometrischen Strukturen aus Alleen und Kanälen geprägt war, wird in weiten Teilen beibehalten, in anderen aber gebrochen oder überspielt. Offensichtlich fanden diese Vorstellungen, die die zeitgenössischen Theorien zur Gartengestaltung nur sehr vorsichtig in die Tat umsetzen, nicht die Zustimmung des Landgrafen, da dieser Plan ebensowenig verwirklicht wurde wie derjenige von Pierre Bourguignon aus dem Jahr 1782 (Marb. Dep. 254,1).
Von dem frühverstorbenen Hartdegen existiert nur noch eine weitere, 1785 datierte und signierte Zeichnung, die sich mit dem "Chinesischen Saal im Mulang" beschäftigt (Potsdam, SPSG, Plankammer, Bestand Kassel, Mappe XIV, Bl. 84).
Stand: September 2004 [UH]


Literatur:
Rohde 2004, Abb. 31


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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