3.130.2.14 - Wilhelmsthal, Schloß, Erdgeschoß des Corps de Logis, Werkzeichnung der Landgrafenwohnung, Grundriß



3.130.2.14 - Wilhelmsthal, Schloß, Erdgeschoß des Corps de Logis, Werkzeichnung der Landgrafenwohnung, Grundriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. 10
Bezeichnung: Wilhelmsthal, Schloß, Erdgeschoß des Corps de Logis, Werkzeichnung der Landgrafenwohnung, Grundriß
Künstler: unbekannt
Datierung: um 1753
Geogr. Bezug: Wilhelmsthal
Technik: Graphit, Feder in Schwarz und Grau, grau, braun und rosa laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: Krone über Wappenschild mit Lilie, unten anhängend Glocke
Maße: 65,8 x 66,9 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit, Zahlen später hinzugefügt
Beschriftungen: in der Darstellung: Erläuterungen, Maße (Feder in Braun, Grau, Rot)
verso: "Tafel 16." (Graphit)


Katalogtext:
Diese Grundrißzeichnung ist als Werkzeichnung für die am Bau des Corps de Logis beteiligten Handwerker der Landgrafenwohnung angelegt worden. Das beweist das genaue Verzeichnen von Nischen und Durchgängen und die Dokumentation von Fenstergesimsen und Garderobenschränken mit detaillierten Maßangaben. Eine derartige Funktion erleichtert die Datierung, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Grundsteinlegung des Corps de Logis im Jahr 1753 zu sehen ist. In diesem Zeitraum muß mit der Raumverteilung im Erdgeschoß der nördlichen Gebäudehälfte begonnen worden sein. Die Wohnung verfügt über ein Schlafzimmer, zwei Vorzimmer, von denen eines an der Garten- und eines an der Hofseite angelegt wurde, eine Garderobe, ein Lakaienstübchen und den "dégagements" für die Dienerschaft und entspricht damit bis auf die beiden Vorzimmer der üblichen Aufteilung einer herrschaftlichen Wohnung (Einsingbach/Portenlänger 1980, S. 40). Auffällig bei diesem Blatt ist das Fehlen der nordöstlichen Ecke, wo das Kabinett plaziert werden sollte, und der südöstlichen Ecke mit dem Nebentreppenhaus. Die hier zackig unterbrochenen Mauern deuten zwar auf eine fortlaufende Gestaltung hin, ein direkter Hinweis darauf ist jedoch nicht vorhanden. Der über den geschlossenen Rechteckgrundriß hinausragende Teil der Garderobe zum Altan hin ist auf einem zusätzlichen Blatt dem Grundriß angefügt worden.
Die eingezeichnete Tür "nach dem Baad" weist auf eine bauplanerisch höchst interessante Lösung hin, nämlich den in einem Garderobenschrank versteckten Zugang zum Badeappartement im Souterrain, der es dem Landgrafen ermöglichte, diese Räumlichkeiten ohne Umweg zu erreichen.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
Bleibaum 1926, S. 50, 54, 149, Taf. 16; Hallo 1930/2, S. 73; Schmidt-Möbus 1995, S. 269, Kat.Nr. 44, Abb. 80


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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