12.10.1.7 - Entwürfe für Vorhänge, Ansicht



12.10.1.7 - Entwürfe für Vorhänge, Ansicht


Inventar Nr.: Marb. Dep. 100c
Bezeichnung: Entwürfe für Vorhänge, Ansicht
Künstler: unbekannt
Datierung: 1841 (nach)
Geogr. Bezug:
Technik: Graphit
Träger: Papier
Wasserzeichen: "H. S / M"
Maße: 27 x 33,9 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Die Anregungen für die Gestaltung einzelner Gegenstände für eine Zimmereinrichtung bekamen viele der in diesem Bereich tätigen Künstler aus den diversen Vorlagenwerken, zu denen das von Wilhelm Kimpel in den Jahren zwischen 1835 und 1853 veröffentlichte "Journal für Bau- und Möbelschreiner, Tapezirer und für Gewerbszeichnenschulen" zu zählen ist. Die dort gezeigten Entwürfe sind stilistisch dem späten Biedermeier zuzuordnen, das die vom Empire abgeleiteten Elemente mit Anleihen des englischen Regency und einer eigenständigen Note verbindet (Thornton 1985, S. 243). Eine Abbildung in dem Journal war die Vorlage für die Darstellung des Türvorhangs in der rechten Blatthälfte (Kimpel/Schmahl 1835-1853, 4. Jg., No. 4 [1841]). Der dort vorgestellte Gestaltungsvorschlag zeigt ein Ensemble aus dem entsprechenden Fenstervorhang, einem vor dem Fenster stehenden runden Ausziehtisch sowie in den Zimmerecken angebrachten Etageren. In der vorliegenden Darstellung wurde der Vorhangentwurf aus dem Zusammenhang gelöst und ohne das zu verhüllende Fenster präsentiert. An einer spiralförmig gewundenen Vorhangstange mit mittiger Kartusche hängen geraffte Seitenschals, die von einer Quastenkordel seitlich fixiert werden. Das hervorstechende Merkmal des Entwurfs bildet hierbei die Kordel mit Quastenenden, die um die Stange gewunden ist. Der mit Ranken und Blattwerk durchwirkte Vorhangstoff, dessen Musterung hier weniger geschlossen als in der Vorlage erscheint, wird von einer Litze gesäumt und unten mit einer Fransenborte eingefaßt, die hier scheinbar einfarbig, in der Vorlage jedoch im Farbwechsel ausgeführt ist.
Der linke Entwurf zeigt einen zweiteiligen, wohl aus Brokat anzufertigenden Türvorhang, der mit Quastenkordel zweifach am Türrahmen fixiert ist. Die Besonderheit besteht in dem tief herabhängenden Querbehang, dessen obere und seitliche Blenden als modifiziertes Rollwerk gestaltet sind und so einen dynamischen Abschluß bilden. Die untere Kante ist als abwechslungsreiche Bogenkontur mit tief heruntergezogenen Seitenteilen gearbeitet und wird durch farbkräftige Borten und Quastenkordeln zusätzlich akzentuiert. Ein Lambrequin nimmt Kontur und textiles Bekleidungsmuster von Querbehang und Türvorhang wieder auf. Auch die seitlichen Wandteile sind bis auf eine schmale Sockelzone mit dem gleichen Stoff bespannt, so daß trotz der abwechslungsreichen Konturierung ein ausgeglichen gestaltetes Wandbild entsteht. Diese Einheitlichkeit war ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein angestrebtes Ziel, da die Einrichtungsgegenstände nicht immer zusammengehörten.
Die flachen Querbehänge mit der abwechslungsreichen Kontur und den Quastenkordeln sind in einer weiteren Zeichnung des Konvoluts thematisiert (Marb. Dep. 100b).
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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