12.10.1.1 - Pfostenbett nach D. Marot, perspektivische Ansicht



12.10.1.1 - Pfostenbett nach D. Marot, perspektivische Ansicht


Inventar Nr.: Marb. Dep. 100g
Bezeichnung: Pfostenbett nach D. Marot, perspektivische Ansicht
Künstler: unbekannt
Datierung: 1840-1850
Geogr. Bezug:
Technik: Graphit
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / TURKEY MILL / 1835"
Maße: 39 x 24,9 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen:


Katalogtext:
Die Graphitzeichnung zeigt ein perspektivisch in den Raum gestelltes Pfostenbett mit Baldachin, Eckschals und Querbehängen im Stil Louis XIV. Als Vorlage für die Darstellung diente das Ornamentwerk von Daniel Marot (um 1663-1752). Der Sohn des Architekten und Kupferstechers Jean Marot (1619?-1679) kam als Glaubensflüchtling in die Niederlande und begründete hier einen spezifisch holländischen Louis XIV-Stil (Thieme/Becker 1907-1950, Bd. XXIV, S. 128). In Marots Hauptwerk der Ornamentik, das in einzelnen Folgen meist zu je sechs Blatt erschien, findet sich in der V. Folge auf Tafel 32 (Jessen 1892, S. 158) die Vorlage für das hier dargestellte Blatt. Das Kopfbrett ist mit einem typischen Bandelwerk-Ornament verziert, dessen Mitte unten von einem Medaillon eingenommen wird. Darum sind gefelderte Flächen angeordnet, die von C-Schwüngen gerahmt werden. Den äußeren Rahmen bildet ein gekreuztes lineares Bandmotiv. Lambrequins und Zierleisten zeigen textile Verkleidungen, die in großzügiger Bogenkontur geschnitten, mit Applikation reich besetzt und von einer Fransenborte gesäumt ist. Den oberen Abschluß des Betthimmels bildet eine holzgeschnitzte und wohl vergoldete Galerie mit reicher Ornamentik, deren Mitte durch ein Muschelmotiv und einen Federbusch betont wird. Vergrößerte Federbüsche (Posamentenaufsätze) in Eckposition leiten diese Akzentuierung nach außen ab. Drei Gruppen von schweren Goldquasten dienen als wirkungsvolle Schmuckobjekte.
In der Darstellung Marots wird das Pfostenbett nicht isoliert präsentiert, sondern ist mittig in einen herrschaftlichen Raum mit reich verzierten Wandpaneelen gestellt. Der unbekannte Zeichner hat das Objekt herausgelöst. Eine Wand- und Bodenschraffur deutet den Raum nur an.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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