3.130.2.10 - Wilhelmsthal, Schloß, Entwurf zur Gartenfront des Corps de Logis, Fassadenaufriß vom südlichen Teil des Mittelrisalits



3.130.2.10 - Wilhelmsthal, Schloß, Entwurf zur Gartenfront des Corps de Logis, Fassadenaufriß vom südlichen Teil des Mittelrisalits


Inventar Nr.: Marb. Dep. 12
Bezeichnung: Wilhelmsthal, Schloß, Entwurf zur Gartenfront des Corps de Logis, Fassadenaufriß vom südlichen Teil des Mittelrisalits
Künstler: Carl Albert von Lespilliez (1723 - 1796), Architekt
Datierung: um 1750
Geogr. Bezug: Wilhelmsthal
Technik: Graphit, Feder in Schwarz
Träger: Papier
Wasserzeichen: "IV"
Maße: 45,1 x 28,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: -
Beschriftungen: oben: "Bout de La façade de L'avant Corps que forme Le fallon du Cotez du / jardin. jaÿ marquez Cette façade sur Le Plan Entre Les Numeros 40 et 41." (Feder in Braun)
oben links: "Nro: 82." (Feder in Braun)
verso: "1626 (a,13)" (Feder in Türkis)


Katalogtext:
Das Blatt kombiniert den Aufriß der südlichen Schmalseite des Risalits der Gartenfront von Schloß Wilhelmsthal mit einem Teilschnitt durch das Hauptgebäude und gibt damit Auskunft über ein auf dem Fassadenaufriß (Marb. Dep. 15) nicht geklärtes gestalterisches Teilgebiet. Mit den rundbogigen Maueröffnungen, dem längsovalen Ochsenauge, den Agraffen und Palmwedelrahmungen werden die an der Front ausgebildeten Gliederungs- und Dekorationselemente fortgeführt.
Die Zeichnung ist als reiner Riß ohne jegliche malerische Effekte ausgeführt. Diese traditionelle Form der Architekturzeichnung, die sich durch eine präzise Lineatur auszeichnet und ohne Lavierungen angelegt ist, war bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts in Gebrauch. Die einzelnen Architekturteile werden dabei in ihren Umrissen ohne perspektivische Ansicht, die sich als Verkürzung oder Überdeckung zeigen würde, veranschaulicht. Zur besseren Lesbarkeit wird allein das von den Zwischenräumen abzugrenzende Mauerwerk schraffiert (Ottomeyer 1999, S. 85). Ein vergleichbarer Zeichenstil, der sich durch eine feine, exakte, mit spitzer Feder ausgeführte Zeichenart charakterisieren läßt, verbindet dieses Blatt mit zwei weiteren, zum Marburger Depositum gehörenden Zeichnungen (Marb. Dep. 13a, Marb. Dep. 15) und einem Blatt in der Kunstbibliothek Berlin (Hdz 4144/63), die einem Schüler und Mitarbeiter von Cuvilliés, Charles Albert von Lespilliez, zuzuschreiben sind (Bleibaum 1932, S. 41f.; Schmidt-Möbus 1995, S. 137f., 141 u. Kat.Nr. 40). Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit den letzten Planungsentwürfen zum Corps de Logis und müssen daher in den Zeitraum vor der Grundsteinlegung 1753 datiert werden.
Stand: September 2004 [MH]


Literatur:
Frank 1989, S. 195, Abb. 169; Schmidt-Möbus 1995, S. 137f., Kat.Nr. 40, Abb. 65


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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