1.60.2.1 - Kassel, Palais Reichenbach, Entwurf für den Umbau des Portals, Grundriß und Aufriß der Hauptfassade



1.60.2.1 - Kassel, Palais Reichenbach, Entwurf für den Umbau des Portals, Grundriß und Aufriß der Hauptfassade


Inventar Nr.: Marb. Dep. 123
Bezeichnung: Kassel, Palais Reichenbach, Entwurf für den Umbau des Portals, Grundriß und Aufriß der Hauptfassade
Künstler: Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825 - 1885), Zeichner
Datierung: um 1850
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Grau, rot und grau laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -
Maße: 48,5 x 66,1 cm (Blattmaß)
Maßstab: unbezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: unten rechts: "vt. Friedrich Wilhelm." (Feder in Schwarz)
unten rechts: "v. Dehn-Rotfelser." (Feder in Grau)


Katalogtext:
Das vorliegende Blatt mit einem Approbationsvermerk Friedrich Wilhelms in der rechten unteren Ecke betrifft den geplanten Umbau des Portals unter der Regentschaft von Kurprinz Friedrich Wilhelm.
Die von Heinrich von Dehn-Rotfelser angefertigte Zeichnung, die wohl nach seiner Ernennung zum Hofbaukondukteur im Mai 1847 entstand, zeigt die an der Königsstraße gelegene Hauptfront des klassizistischen Gebäudes zu elf Achsen. Der altanartige Eingangsvorbau, der dem flachen, übergiebelten Mittelrisalit mittig vorgesetzt ist, sollte dem Entwurf zufolge so aufgestockt werden, daß die mittlere Fensterachse im ersten Obergeschoß von einer repräsentativen Pfeiler-Säulen-Stellung mit Gebälk und Brüstung umrahmt worden wäre. Im Erdgeschoß findet sich ein Substruktionsbau mit Pilastergliederung. Der zweigeschossige Portalvorbau wurde nicht ausgeführt, sondern es entstand ein Säulenportal, das Holtmeyer bei seiner Darstellung des Palais auch beschreibt. Er bildet zudem eine bisher nicht aufgefundene Zeichnung ab, die ähnlich wie das Blatt des Marburger Depositums die an der Königsstraße gelegene Front zeigt. Das dort dargestellte Säulenportal, das er der Umbauphase in den 1820er Jahren zuschreibt (Holtmeyer 1923, S. 405), ermöglicht ebenfalls einen Austritt durch eine Ädikula gerahmte Fenstertür in der Beletage.
Abgesehen von diesem Unterschied in der Portalgestaltung weicht der bei Holtmeyer abgebildete Plan noch in einem Detail von der vorliegenden Zeichnung ab. Die äußeren Fenster in der Beletage werden von einer aufwendigen Doppelpilasterstellung mit Lünettenbekrönung gerahmt, die, wie Holtmeyer irritierenderweise mutmaßte, nicht nur auf der Zeichnung, sondern auch in Wirklichkeit vorhanden sind (Holtmeyer 1923, S. 405). Die Photographien, die das Gebäude vor der Kriegszerstörung der Vorderfront zeigen, bestätigen diese Annahme indes nicht.
Bis zum Sommer 2006 hatte sich ein geringer Rest des Gebäudes in Gestalt des exedraartigen Treppenhauses an der Gebäuderückseite sowie des Obergeschosses des Nebenflügels mit der für das Baubüro Bromeis charakteristischen rundbogigen Fenstergliederung erhalten. Inzwischen ist auch der letzte Rest der historischen Bebauung in diesem Teil der Königsstraße verschwunden, um einer Einkaufspassage Platz zu machen.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
unpubliziert


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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