1.61.4.9 - Kassel, Palais Schaumburg, drittes Projekt, Ausführungsentwürfe zu Erdgeschoß, Beletage und zweiter Etage, Grundrisse



1.61.4.9 - Kassel, Palais Schaumburg, drittes Projekt, Ausführungsentwürfe zu Erdgeschoß, Beletage und zweiter Etage, Grundrisse


Inventar Nr.: Marb. Dep. 131f
Bezeichnung: Kassel, Palais Schaumburg, drittes Projekt, Ausführungsentwürfe zu Erdgeschoß, Beletage und zweiter Etage, Grundrisse
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Zeichner, Entwurf
Datierung: 1836
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, braun laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: "J WHATMAN / 1830"
Maße: 63,7 x 45,8 cm (Blattmaß)
58,1 x 40 cm (Darstellungsmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: unten rechts: "vt Friedrich Wilhelm" (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "2te Étage"; "Bel Étage"; "Rez de Chausee" (Feder in Braun)
in der Darstellung: Erläuterungen und Maßangaben (Graphit, Feder in Braun)


Katalogtext:
Auf dem hochformatigen Blatt befinden sich untereinander angeordnet die approbierten Grundrisse von Erdgeschoß, Beletage und zweiter Etage.
Im Vergleich mit den Grundrissen Marb. Dep. 131d, Marb. Dep. 131a und Marb. Dep. 131c sind die Unterschiede in der Raumgestaltung mannigfaltig. Auf der Erdgeschoßebene betrifft dies zunächst den mittigen Erschließungsraum aus Atrium und Vestibül. Durch die hier eingetragene Gewölbekonstruktion von quer verlaufenden Kreuzgraten wird die Abfolge aus Atrium, Vestibül und der hofseitigen Galerie deutlicher und eine Trennung der drei Bereiche stärker wahrgenommen. Die Treppenanlage in dem rechts an das Vestibül angrenzenden, leicht erhöhten Treppenhaus ist statt der zweiarmigen, dreiläufigen Form mit gemeinsamem Auftritt in eine gerade verlaufende Treppe mit gleichsinnigem Richtungswechsel umgewandelt worden. Weitere Veränderungen finden sich im Küchentrakt. Das zur Küche gehörige Vorratszimmer ist als Kabinett ausgewiesen, das nur noch von der Durchfahrt aus erreichbar ist. Diese Umnutzung hat zur Folge, daß dem hinter der Durchfahrt gelegenen Küchenbereich keine Treppenanlagen mehr zugewiesen sind. Der Raum, der zuvor die zum Keller führende Treppe aufgenommen hat, ist zur Speisekammer umfunktioniert worden. Die benachbarte Wendeltreppe mußte zwei Aborten weichen. Auch in den beiden oberen Etagen wird dieser Bereich in gleicher Weise genutzt.
In der Beletage ist die Raumaufteilung weitgehend gleich geblieben. Bei der Gestaltung der Einzelräume zeichnet sich allerdings eine reduzierte und damit kostensparende Ausführung ab. So wird der über zwei Geschosse reichende "Grose Tanz-Saal" von dem hofseitigen Raum abgetrennt, der nun statt als Spiegelgalerie als einfaches Vorzimmer eingerichtet werden soll. Das Schlafzimmer in der hinteren Gebäudecke ist ohne den rundbogigen Wandabschluß angelegt und hat statt dessen eine einfache rechteckige Grundfläche. Das benachbarte ehemalige Kabinett soll als Zimmer für die Kammerfrau dienen. Das Kabinett, dem sich Ruhl in drei alternativen Lösungen widmete, wird in der verkleinerten Form mit der rundbogigen Ecknische, die sich allerdings am anderen Ende befindet, und dem ungeteilten Fenster präsentiert.
Die zweite Etage ist dagegen nur von geringen Veränderungen betroffen. Der niedrige Zwischenraum, der über den beiden zweigeschossigen Räumen, dem Großen Saal und dem Haupttreppenhaus, in den vorausgehenden Entwürfen ausgewiesen ist und als Durchgang bzw. Vorratskammer zu nutzen gewesen wäre, ist hier nicht mehr vorhanden, sondern wird komplett von den zweigeschossigen Räumen beansprucht.
Neben diesen die Binnenstruktur betreffenden Abweichungen wird aus den Grundrissen auch eine Veränderung der Fassadengestaltung ersichtlich. Ruhl verzichtete nun auf die Betonung der Gebäudeecken durch flache Risalite und beließ es bei einer Akzentuierung der Mittelachse.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Lohr 1984, Nr. 80, Abb. 81b, S. 119, 122


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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