1.61.5.2 - Kassel, Palais Schaumburg, viertes Projekt, Entwurf zum Erdgeschoß, Grundriß



1.61.5.2 - Kassel, Palais Schaumburg, viertes Projekt, Entwurf zum Erdgeschoß, Grundriß


Inventar Nr.: Marb. Dep. 135b
Bezeichnung: Kassel, Palais Schaumburg, viertes Projekt, Entwurf zum Erdgeschoß, Grundriß
Künstler: Julius Eugen Ruhl (1796 - 1871), Zeichner, Entwurf
Datierung: 1836
Geogr. Bezug: Kassel
Technik: Graphit, Feder in Schwarz, rosa laviert
Träger: Papier
Wasserzeichen: -; Träger: Jüngling mit Velum auf Kugel, "VAN DER LEY"
Maße: 42,8 x 35,7 cm (Blattmaß)
Maßstab: bezifferter Maßstab ohne Maßeinheit
Beschriftungen: oben rechts: "IV." (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: "Rez de Chausée" (Feder in Schwarz)
in der Darstellung: Erläuterungen (Feder in Schwarz)


Katalogtext:
Mit seiner vierten Projektserie, für die Ruhl ausschließlich Grundrißdarstellungen ausarbeitete, variierte er seine erste Projektserie, deren Charakteristikum die um zwei Innenhöfe angelegte H-förmige Struktur ist. Dabei rezipierte er mit dem durch eine Kolonnade begrenzten und durch ein Portal zu erschließenden "Vor-Hof" den Typ des französischen "Hôtel".
Vom "Vor-Hof" aus ist das Gebäude durch den Mittelflügel zu erschließen. Dabei bilden Hofportal, Haupteingang, Treppenaufgang und Hinterausgang eine zentrale Achse. Eine zweireihige Säulenstellung lenkt den Besucher direkt zur Haupttreppe, die bis zu einem Zwischenpodest gerade und von dort aus in zweiarmiger Rundbogenform in das erste Obergeschoß läuft.
Etwas ungewöhnlich ist die Aufteilung im vorderen Gebäudeteil, wo vom Vestibül zwei Zimmer abgetrennt sind. Während das rechte für den Portier bestimmt ist, sollte das linke als Vorzimmer für das benachbarte Schlafzimmer dienen, das ebenerdig und unmittelbar zum Hof angeordnet ist.
Auf der linken Seite gelangt man vom Vestibül und vom Verbindungskorridor zu einer Raumfolge, die mit dem Gartensalon schließt. Die vorgelagerte Gartenterrasse befindet sich auf einem höheren, rundbogig angelegten Plateau, das über zwei Treppenaufgänge vom gartenseitigen Hof zu erreichen ist. Eine Brunnenanlage vermittelt zwischen den Geländeebenen und führt zudem das Konzept der betonten Mittelachse weiter. Bei der Gestaltung der linken Zimmerfolge und der hofseitigen Umgebung griff Ruhl auf die wesentlichen Bestandteile seiner ersten Entwurfsfolge zurück und entwickelte kein völlig neues Konzept. Abweichend davon ist die rechte Raumfolge auf dieser Geschoßebene nicht für die Vorratshaltung vorgesehen, sondern Salons und Zimmer bilden eine Abfolge, an deren Ende sich der zum Garten gelegene Billardsaal befindet. Allerdings ist er zusammen mit einem weiteren Zimmer durch eine Durchfahrt von den anderen Räumen abgetrennt. Seine Erschließung sollte vermutlich über die benachbarte Nebentreppe vom ersten Geschoß aus erfolgen. In ähnlicher Weise war Ruhl auch bei der dritten Projektserie verfahren.
Stand: August 2007 [MH]


Literatur:
Lohr 1984, Nr. 82, Abb. 80e, S. 119


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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